Es war eine andere Skyline, auf die die Frankfurter nach dem 11. September 2001 blickten. Wer an diesem Tag wieder und wieder die Fernsehbilder gesehen hatte, wie sich die Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers bohrten, glaubte in den Wochen und Monaten danach, wenn er auf die Hochhäuser der eigenen Stadt schaute, auch hier schon eine Maschine im Anflug zu sehen. Erst nach und nach verschwand diese verstörende Montage im Kopf, versöhnten sich die Bürger wieder mit der Architektur.Ein Einschnitt waren die Terroranschläge trotzdem auch für Frankfurt. Am 11. September 2001 endeten endgültig die alles in allem glücklichen Neunzigerjahre, in denen sich gezeigt hatte, dass Sorgen über einen Bedeutungsverlust der Stadt als Folge der Wiedervereinigung unbegründet gewesen waren, in denen die Technomusik das Image der Metropole wandelte, sie mit der Ansiedlung der Europäischen Zentralbank zu einer der Hauptstädte des Kontinents wurde, Frankfurt sich mit dem Commerzbank-Turm einen neuen Höhenrekord gönnte und in denen der Neue Markt zu einer scheinbar nicht enden wollenden Party an der Börse geführt hatte.Enge Verbindungen zwischen Frankfurt und New YorkFrankfurt fühlte sich den Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten verbunden, die Soldaten waren zu Freunden geworden. Es fügte sich ins Bild dieser engen Beziehungen, dass die damalige Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) zum Zeitpunkt der Terroranschläge ausgerechnet in einem Flugzeug nach New York saß, um an der Verabschiedung ihres dortigen Amtskollegen teilzunehmen; ihre Maschine landete dann ungeplant und unversehrt in Kanada.Die Unbeschwertheit der Neunzigerjahre ist nicht zurückgekehrt. Verbreitet hat sich die Sichtweise, seit den Anschlägen im Jahr 2001 häuften sich die Krisen und Kriege; nicht weniger erschüttert als durch die damaligen Anschläge wurde Frankfurt durch die Finanzkrise um 2008, die den Bankenplatz ins Mark traf, während der Flughafen wiederum gut ein Jahrzehnt später in der Corona-Pandemie in niemals vorstellbarer Weise litt.Die Stadt hat vieles davon überwunden. Sie wächst, sie ist saturiert, viele Bürgermeister wären froh, hätten sie bloß jene Probleme, die im Frankfurter Rathaus verhandelt werden. Der Blick nach Amerika allerdings ist eingetrübt, zu irrlichternd ist die dortige Politik. Dabei sind die Verbindungen weiterhin eng, schon wegen der Verflechtungen der Finanzplätze am Hudson und am Main. Und so erinnert man sich hier wie dort dieser Tage an den 11. September vor einem Vierteljahrhundert, als wäre es gestern gewesen – an einen Tag, der einen harten Einschnitt bedeutete auch in den Zeitläuften der Stadt Frankfurt, die sich New York stets in besonderer Weise verbunden fühlte und fühlt.