BildstreckeHo Old / ReutersDer Anschlag auf die Twin Towers in New York war der Auftakt zu einer Reihe amerikanischer Feldzüge. Die Erschütterungen erfassten die ganze Welt. Eine Rekonstruktion zweier Jahrzehnte «Krieg gegen den Terror» in Bildern.10.09.2026, 05.30 Uhr5 LeseminutenEine unbekannte Person fällt kopfüber, parallel zur Fassade, vom nördlichen Turm des World Trade Center am 11. September 2001.Richard Drew / APDer 11. September 2001 hat sich in die Erinnerung eingebrannt als das bis dahin Undenkbare, das Realität wird: ein Anschlag mit gekaperten Passagierflugzeugen, die in die New Yorker Zwillingstürme, die Zentrale des World Trade Center, einschlagen und diese zum Einsturz bringen. Die Person, die kopfüber vom brennenden Hochhaus stürzt, symbolisiert das Ungeheuerliche dieses Ereignisses.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Terroranschläge leiteten eine neue Phase weltpolitischer Erschütterungen ein, die bis heute nachwirken. Die USA und ihre Verbündeten sagten dem internationalen Terrorismus den Kampf an und machten Jagd auf islamistische Kämpfer. Sie zogen in den Krieg gegen die Taliban in Afghanistan und gegen das Regime von Saddam Hussein im Irak.Im Januar 2002 kamen die ersten Gefangenen im neu geschaffenen Gefängnis für Terrorverdächtige auf dem amerikanischen Marinestützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba an.Shane T. McCoy / US Navy / APVoreilige Siegesverkündung: Der amerikanische Präsident George W. Bush erklärt die Hauptphase des Irak-Kriegs am 1. Mai 2003, weniger als zwei Monate nach dem Start der Operation, auf dem Flugzeugträger USS «Abraham Lincoln» für beendet.J. Scott Applewhite / APAls die Amerikaner am 7. Oktober 2001 die Militäroperation gegen Afghanistan begannen, ahnten sie nicht, dass sie das in einen fast zwanzigjährigen Krieg verwickeln würde. Der Einsatz richtete sich gegen das Taliban-Regime, aber auch gegen die Terrororganisation al-Kaida mit ihrem Anführer Usama bin Ladin. Ihm und seinen Mitstreitern hatten die Taliban Unterschlupf gewährt.Die mutmasslichen Kaida-Mitglieder und weitere Verdächtige brachten die Amerikaner ausserhalb der Rechtsordnung erst in geheime Gefängnisse, unter anderem im Osten Europas, und später ins Hochsicherheitsgefängnis in Guantánamo Bay auf Kuba. Die Bilder von Gefangenen in orangen Anzügen und erniedrigenden Posen gingen alsbald um die Welt. Mehr als ein Dutzend von ihnen sind bis heute in der Haftanstalt eingesperrt und warten auf ihren Prozess – so Khalid Sheikh Mohammed, der Architekt der Anschläge vom 11. September.Auch der Irak-Krieg, der am 20. März 2003 begann, dauerte länger, als die Amerikaner erwartet hatten. Präsident George W. Bush verkündete schon nach wenigen Wochen, am 1. Mai, den Abschluss der hauptsächlichen Kampfhandlungen – voreilig, wie sich schnell herausstellte. Das Drama um den amerikanischen Einsatz begann eigentlich erst. Den Widerstand der Iraker konnten die amerikanischen Streitkräfte nicht brechen. Sie wurden zudem in den aufflammenden Bürgerkrieg hineingezogen.Gegen ihre Gegner wandten sie «erweiterte Verhörmethoden» an – Misshandlungen und Folter. Um mutmassliche Terroristen zu beseitigen, nahmen sie auch bei gezielten Tötungen ganz bewusst unschuldige Opfer in Kauf. Die Fotos und Videos der Verhöre, die die Opfer verhöhnten, und die Kampfeinsätze beschädigten das Ansehen Amerikas und die Glaubwürdigkeit der «westlichen Werte» nachhaltig.Das Bild von dem unbekannten Gefangenen, der mit einem Sack über dem Kopf und Kabeln an den Fingern auf einer Kiste steht, wurde ab 2003 zu einem der Symbole von Folter und Misshandlungen irakischer Häftlinge im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib durch die Amerikaner.APDie Whistleblower-Plattform Wikileaks veröffentlichte 2010 umfangreiche Materialien über die amerikanische Kriegsführung im Irak, über Folter und Misshandlungen. Dazu gehörte das Video aus einem amerikanischen Militärhelikopter, der Zivilisten, unter ihnen ein Reuters-Mitarbeiter, ins Visier nimmt.WikileaksAmerikanische Soldaten bringen Terrorverdächtige in einem gepanzerten Fahrzeug zu einem lokalen Gefängnis während einer Razzia in Tal Afar im Irak im Juni 2005.Christoph Bangert / LaifEin Versehrter des Irak-Krieges: Ty Ziegel und Renee Kline kannten sich aus der Schule und verlobten sich vor Tys zweitem Irak-Einsatz. Dort wurde er bei einer Bombenexplosion so schwer verletzt, dass er einen Arm verlor, auf einem Auge erblindete und sein Gesicht nach schweren Verbrennungen wiederhergestellt werden musste. Im Oktober 2006, nach mehr als einem Dutzend Operationen und anderthalbjähriger Rehabilitation, heirateten die beiden. Im Januar 2008 wurde die Ehe geschieden. Ende 2012 starb Ziegel.Nina Berman / Redux / LaifFast zehn Jahre dauerte es nach dem 11. September, bis es im Frühjahr 2011 gelang, Usama bin Ladin in Abbottabad in Pakistan aufzuspüren. Die gesamte damalige Führungsspitze Amerikas unter Präsident Barack Obama verfolgte im Situation Room die Direktübertragung der Spezialoperation, während deren bin Ladin umgebracht wurde.Am 1. Mai 2011 verfolgte die Führungsspitze der USA im Situation Room die Spezialoperation gegen Usama bin Ladin. Dieser war in Pakistan entdeckt worden. Später teilte Präsident Barack Obama mit, bin Ladin sei dabei getötet worden.Pete Souza / GettyDie Statue des Despoten fällt: Am 9. April 2003 wurde die Statue Saddam Husseins im Zentrum Bagdads vom Sockel geholt. Das suggerierte den Erfolg der amerikanischen Militäroperation.Goran Tomasevic / ReutersDer Sturz Saddam Husseins, versinnbildlicht durch die Demontage von Statuen des irakischen Diktators, und Bushs Siegesmeldung vom Mai 2003 kontrastieren mit den darauffolgenden jahrelangen, zermürbenden Kämpfen der amerikanischen Soldaten und der Gewalt des Bürgerkriegs. Der Preis des Irak-Kriegs zeigt sich in den Schicksalen schwer versehrter oder gefallener amerikanischer Soldaten, der toten und verletzten Zivilisten sowie in der grossen Zerstörung auch an Kulturgütern. 2011 verliess der Hauptteil der amerikanischen Streitkräfte den Irak; 2014 kehrten sie zur Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat zurück. Ende September 2026 sollen nun die letzten amerikanischen Soldaten aus dem Zweistromland abziehen.Das Gesicht dieses Soldaten ist von den Härten der Schlacht von Falluja im Irak gezeichnet, November 2004.Luis Sinco / Los Angeles Times / GettyWährend des irakischen Bürgerkriegs litten die Kulturdenkmäler des Landes stark. Im Februar 2006 beschädigte ein Bombenanschlag eine der bedeutendsten schiitischen religiösen Stätten des Iraks in Samarra.Hameed Rasheed / APDer zuvor vereinbarte Abzug der Amerikaner aus Afghanistan zwanzig Jahre nach dem 11. September 2001 geriet im August 2021 zum Desaster. Die USA und ihre Verbündeten hatten den Vormarsch der Taliban im afghanischen Bürgerkrieg und die Lage der im Land unbeliebten Regierung in Kabul falsch eingeschätzt. Schneller als erwartet rückten die Islamisten auf die Hauptstadt vor, nachdem sie davor ihre Gegner überrannt hatten. Binnen weniger Wochen fiel die vom Westen unterstützte, ohnehin sehr prekäre Neuordnung Afghanistans in sich zusammen.Der für die USA und die beteiligten Truppen aus Nato-Staaten und anderen verbündeten Nationen verlustreiche, von Skandalen und Fehlleistungen getrübte Kampf für ein «neues» Afghanistan war Makulatur. Ausgerechnet die Taliban, die den Attentätern von 9/11 Unterschlupf geboten hatten und als Erste ins Visier des Kriegs gegen den Terror geraten waren, kehrten an die Macht zurück. Die chaotischen letzten Wochen des Abzugs wurden von Amerikas Rivalen als Schwächezeichen der Grossmacht gedeutet.Amerikanische Soldaten übernehmen im Mai 2009 hastig – und deshalb zum Teil noch in Schlafkleidung – die Verteidigung ihrer Stellung in den Bergen Afghanistans, nachdem sie von Taliban-Einheiten beschossen worden sind.David Guttenfelder / APHunderte von Afghanen rennen am 16. August 2021 neben einem amerikanischen Militärtransportflugzeug vom Typ C-17 auf dem Rollfeld des Kabuler Flughafens, in der Hoffnung, es doch noch irgendwie aus dem Land zu schaffen, in dem die Taliban die Macht übernommen haben.APDer amerikanische General Chris Donahue, Kommandant der 82. Luftlandedivision, verlässt als letzter amerikanischer Militärangehöriger am 30. August 2021 den Kabuler Flughafen und besteigt ein Transportflugzeug. Damit endete der amerikanische Afghanistan-Einsatz nach zwanzig Jahren.US Army / ReutersPassend zum Artikel
Das Erbe von 9/11: Zwei Jahrzehnte Krieg gegen den Terror im Irak und in Afghanistan in Bildern
Der Anschlag auf die Twin Towers in New York war der Auftakt zu einer Reihe amerikanischer Feldzüge. Die Erschütterungen erfassten die ganze Welt. Eine Rekonstruktion zweier Jahrzehnte «Krieg gegen den Terror» in Bildern.















