Neoliberales Luxusprojekt: Die Turbo-Gentrifizierung nach dem 11. September hat die New Yorker von ihrer eigenen Stadt entfremdet.

W enn jemand, der vielleicht 25 Jahre nicht mehr in New York war, heute von New Jersey aus auf die Skyline von Manhattan blicken würde: Es fiele ihm wohl schwer zu glauben, dass die Stadt auf der anderen Flussseite tatsächlich noch New York ist. Der Blick auf das ikonische Empire State Building ist von den Hudson Yards verbaut, einem Ensemble an Vorzeigetürmen von namhaften Starchitekten. Die 2001 zerstörten Zwillingstürme am Südende der Stadt sind ebenfalls einem Strauß neuer Glasbauten gewichen, aus dessen Mitte der neue, schwerfällige Freedom Tower ragt. Der Südrand des Central Park in der Mitte der Insel wird von einer Phalanx an superschlanken, superhohen „Streichholz“-Wolkenkratzern gesäumt, deren Penthäuser die teuersten Aussichten der Welt bieten.

Die Stadt hat sich seit dem Attentat auf die markantesten Symbolbauten des westlichen Kapitalismus dramatisch verändert. Die Stadt, deren zentrales Merkmal die Dichte ist, scheint sich nur noch mehr verdichtet zu haben. Das Prinzip des „höher, größer, mächtiger“, das die Feinde des American way schon immer provoziert hat: Es wurde noch weiter auf die Spitze getrieben.