Es gibt diesen Moment auf jeder großen Reise, in dem man sich selbst ein bisschen zu früh entspannt. Bei mir war es gestern Nachmittag, irgendwo zwischen Gepäckband am Flughafen BER und dem Schild des Regionalbahnhofs Golm.

Bogotá lag hinter mir, Cartagena auch, dazwischen der Sprung über den Atlantik nach Amsterdam Schiphol – eines der dichtesten Drehkreuze Europas, durch das täglich Hunderttausende geschleust werden, als wäre Mobilität eine reine Willensfrage. Drei Flüge, rund 10.000 Kilometer Luftlinie, vier Länder, zwei Kontinente, ein Koffer. Alles pünktlich. Alles da. Alles gut.

Was soll ich sagen: Ich war naiv.

Denn gescheitert bin ich nicht an der kolumbianischen Karibikküste, nicht an einem niederländischen Bahn-Streik, nicht am Grenzregime der EU. Gescheitert bin ich an 10,2 Kilometern. Genauer: an der Strecke vom Potsdamer Bahnhof Golm zum Heimbahnhof eine Station weiter.

Seilbahn in Bogotá