PfadnavigationHomeReiseReisen ohne Kerosin und BenzinDiese 5 Städte sind Top-Kandidaten für eine Bahnreise in EuropaStand: 07:30 UhrLesedauer: 4 MinutenBerühmtes Stück Kopenhagen: Cafés am Nyhavn direkt am WasserQuelle: Patrik Lundin/UEFA/Getty Images/Patrik Lundin - UEFAKeine Lust auf teure Flugtickets oder verstopfte Autobahnen? Europa bietet eine Menge Städteziele, die von Deutschland aus bequem per Zug zu erreichen sind. Es warten Grachten, Ötzi und Bouillabaisse – unter anderem, versteht sich.Kopenhagen: Schlendern & EntschleunigenWie kommt man hin? Ohne Umsteigen von Hamburg und Berlin mit ECE, Railjet oder Nachtzug.Was lohnt sich? Kleine Meerjungfrau und Schloss Amalienborg mit der zackigen Wachablösung sind für Instagrammer ein Muss. Ansonsten lässt man sich treiben, setzt sich vielleicht in eines der Cafés am Nyhavn direkt am Wasser, schlendert durch das Szeneviertel Nørrebro, bestaunt die moderne Architektur im ehemaligen Industriehafen Nordhavn oder springt in eines der vier Kopenhagener Meerwasser-Hafenbäder, von denen Islands Brygge das populärste ist. Wer nicht laufen mag, nimmt ein Leihfahrrad: Die Stadt ist durchzogen von sagenhaften 450 Radwegkilometern.Unbedingt probieren: Hot Dog von der Pølserbude.Amsterdam: Gassen & GrachtenWie kommt man hin? Ohne Umsteigen im ICE von Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt/Main.Was lohnt sich? Sobald man aus dem Zug steigt, ist man mittendrin: Fahrräder sausen über Brücken, Hausboote schaukeln in Grachten, schmucke Giebel ziehen sich bis zum Horizont. Bilderbuch-Holland! Nicht verpassen sollte man die Gassen des Jordaan-Viertels, im 17. Jahrhundert als Arbeiterquartier entstanden, heute eine begehrte Wohnlage, angenehm unaufgeregt, bestückt mit kleinen Lokalen, Buchhandlungen, Galerien – „echtes“ Amsterdam, ohne Rotlichtmilieu.Kultur-Highlights gibt es en masse, wir empfehlen: Rembrandts „Nachtwache“ im Rijksmuseum, die „Kartoffelesser“ im Van-Gogh-Museum, die beklemmende Enge im Anne-Frank-Haus.Lesen Sie auchUnbedingt probieren: Bitterballen – frittierte Ragoutkugeln mit Senf, innen heiß, außen knusprig.Bozen: Wein & ÖtziWie kommt man hin? Direkt im Railjet von München.Was lohnt sich? Dolomitenblick und Mittelmeerklima, altösterreichischer Charme und italienische Grandezza – Bozen ist eine Stadt der Kontraste. Der Waltherplatz im Zentrum ist rund ums Jahr vollgestellt mit Tischen, an denen Bozner und Touristen sitzen, die Sonne genießen und wahlweise Aperitivo oder Südtiroler Wein schlürfen.Lesen Sie auchLetzteren lobte schon Goethe in seiner „Italienischen Reise“: „Die Hügel am Fuße der Berge sind mit Wein bebaut. Über lange, niedrige Lauben sind die Stöcke gezogen, die blauen Trauben hängen gar zierlich von der Decke herunter und reifen an der Wärme des nahen Bodens.“Das tun sie bis heute; beliebt sind die lokalen roten Sorten Vernatsch (leicht) und Lagrein (schwer). Nach dem Gang durch die Altstadt sollte die berühmteste Leiche der Alpen auf dem Programm stehen: Ötzi wurde 1991 im Gebirge gefunden, die tiefgefrorene Mumie ist im Bozner Archäologiemuseum ausgestellt.Unbedingt probieren: Spinat-, Käse- und Rote-Bete-Knödel im Wirtshaus „Vögele“.Breslau: Alte Fassaden & junge SzeneWie kommt man hin? Ohne Umsteigen im EC von Berlin.Was lohnt sich? Breslau überrascht. Wer ankommt, findet keine museale Altstadt, sondern eine lebendige Metropole, die ihre wechselvolle Geschichte sichtbar trägt, mit deutschen, polnischen und österreichischen Spuren. Liebevoll haben die Polen die kriegszerstörte schlesische Hauptstadt, die bis 1945 deutsch war, wieder aufgebaut.Lesen Sie auchHerzstück ist der Rynek, einer der schönsten Marktplätze Europas, mit gotischem Rathaus in der Mitte und zig Lokalen ringsherum. Ein paar Schritte weiter, auf den Inseln in der Oder, rund um Dom und Sandbrücke, flaniert man auf Kopfsteinpflaster am Wasser entlang.Im Vier-Tempel-Viertel südwestlich der Altstadt ist Breslau jung und verspielt – mit all den Studenten und Bohemians, den Bars und kultigen Hinterhöfen wirkt die Gegend wie Berlin-Kreuzkölln. Nicht verpassen: Die Jahrhunderthalle, ein Meilenstein moderner Architektur von 1913, Unesco-Weltkulturerbe mit Wow-Faktor.Unbedingt probieren: Rolada Śląska – schlesische Rinderroulade mit weichen Kartoffelklößen.Marseille: Vielfalt & MeerblickWie kommt man hin? Ohne Umsteigen im TGV von Frankfurt/Main und Karlsruhe.Was lohnt sich? Marseille ist keine Stadt, die gefallen will. Sie wirkt chaotisch, laut, widersprüchlich und manchmal rau. Als älteste Stadt Frankreichs (2600 Jahre) und größter Hafen des Landes (mit Fischmarkt statt Nobelyachten) vereint sie mediterrane Leichtigkeit mit kultureller Vielfalt, die stark nordafrikanisch geprägt ist.Wem das zu viel ist, wer es lieber geschniegelt mag, ist hier fehl am Platz. Alle anderen finden in Marseille den Reiz des Imperfekten. Zu den Höhepunkten zählt erstens die Basilika Notre-Dame de la Garde mit Top-Panorama über Stadt und Wasser. Zweitens: das MuCEM – das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers ist mit seiner Betongeflechtfassade, dem begehbaren Dach und dem Konzept, das bewusst das schwierige Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen thematisiert, einer der spektakulärsten Kulturbauten Frankreichs.Unbedingt probieren: Den klassischen Fischeintopf Bouillabaisse in einem Lokal am Vieux-Port.