Wenn man den Nachtzug inmitten der Dunkelheit wechseln muss, wird das Fremde plötzlich hautnah.
Illustration:
Donata Kindesperk/taz
D as war aufregend! Wie so oft in den letzten Monaten saß ich neulich wieder im Nachtzug von Österreich nach Berlin. Diese Strecke habe ich in meinem Leben wohl schon Hunderte Male zurückgelegt, und meist trägt sie jene eigentümliche Romantik in sich, die dem Unspektakulären innewohnt – ruhig, gleichmäßig, fast schon vertraut. Meistens.
Doch es gab auch Nächte, in denen mich der Schlaf abrupt verließ. Wie jenes eine Mal, als wir ohne rechte Erklärung aufgefordert wurden, den Zug zu verlassen, um mitten im winterlichen Tschechien in einen bereitstehenden Bus umzusteigen. Ich trug noch meinen Schlafanzug, warf nur hastig den dicken Wintermantel darüber, griff nach meinen Sachen und reihte mich in die verwirrte Menge ein, die in die Dunkelheit hinaus einem Bus entgegengelotst wurde.







