Zwischen Fernweh und Strandfreuden. Ganz basale Erlebnisse im Nahverkehr und bei einem Fahrradausflug von Berlin, über Wollgast, bis nach Usedom.
Illustration:
Donata Kindesperk
J e näher ich dem Ort komme, desto weiter scheint er sich von mir zu entfernen. Existiert Wolgast wirklich?, frage ich mich denn auch. Und kriege ein Gefühl, dass sich die Kilometerangaben auf den Radwege-Schildern in seine Richtung kaum verändern. Manchmal kommt es mir sogar so vor, als würden die Entfernung zunehmen.
Nicht, dass ich nach Wolgast möchte. Aber ich weiß: Wenn ich dort bin, ist die Ostsee nicht mehr so weit weg. Und dann kann ich hineinspringen. Dafür habe ich den weiten Weg von Berlin auf mich genommen: Um mit den Quallen zu schwimmen („Die sind lieb, die tun nichts“, wird mir am Abend eine Frau sagen, die an mir vorbeigeht); um zu spüren, wie sich meine Locken klebrig vom Salz anfühlen; um zu sehen, wie die Sonne hinter den Dünen verschwindet; und danach unter der Dusche, wie Sandkörner durch den Abfluss gespült werden.








