Das ist hier aber keine Partyinsel«, sagt die Rezeptionistin als Erstes, bevor ich im Seebad Ahlbeck mein Quartier für die nächsten drei Tage beziehe. Dass mich auf Usedom keine Clubszene erwartet, ist selbst mir als Ostseeanfängerin klar. Meine Augenringe haben auch nichts mit durchgefeierten Nächten zu tun, ich bin einfach nur hundemüde seit, na ja, ein paar Jahren. »Zum Glück!«, sage ich, hieve mein Gepäck ins Apartment und kippe Gesicht nach unten aufs Bett. Natürlich nur kurz, denn ich will lange Strandspaziergänge machen, Nachbarorte und Inselnatur sehen, mindestens zwei Bücher lesen und vor allem die Ostsee kennenlernen, die mir bisher nicht besonders attraktiv, ja: sogar ausgesprochen uninteressant erschien.