Am Anfang denke ich mir nichts dabei. Auf der großen Anzeige im Magdeburger Hauptbahnhof laufen bei einzelnen Zügen diese Banner durch, die man als Bahnfahrer irgendwann nur noch halb liest. Technische Störung, Verspätung, fällt aus. Irgendein Zug hat immer Verspätung. Vielleicht ja auch meiner.Es ist noch immer viel zu warm an diesem Dienstagabend, fast 30 Grad waren es tagsüber in Magdeburg, und ich komme verschwitzt am Bahnhof an. Trotzdem laufe ich raschen Schrittes zum Gleis 8. Dort soll der RE1 nach Berlin abfahren. Geplante Ankunft: dreiviertel zwölf.

Am Bahnsteig stehen viele Menschen. Auf der Anzeige steht Braunschweig. Gut, denke ich, immerhin nicht mein Zug. Der Zug am Gleis hat die Türen geschlossen, das Licht ist aus. Also tue ich, was ich immer tue, wenn ich auf einen Zug warte: Ich laufe den Bahnsteig auf und ab.

Irgendwann schaue ich dann doch noch einmal genauer auf die Anzeige. „Bundesweiter Großausfall“ lese ich da. Na wunderbar.

Das Warten beginnt

Schon meine Anreise nach Magdeburg endete am Nachmittag vorerst in Burg wegen eines technischen Fehlers. Ich kam mit 90 Minuten Verspätung an. Und jetzt das noch. Nun gut, denke ich. Kann ja nicht lange dauern.