Selenskyj besucht erstmals seinen serbischen – und russlandnahen – Amtskollegen in Belgrad. Das zeigt: Die Gemengelage im Ukrainekrieg verändert sich.

Selenskyj bei seinem allerersten Besuch in Serbien bei Vučić am 8. August

Marko Djurica/reuters

A m Samstag tat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj etwas zum allerersten Mal: Er besuchte seinen serbischen Amtskollegen Aleksandar Vučić in Belgrad – einen Putin-Freund. Serbien hat sich den westlichen Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen und behielt trotz des Angriffskriegs auf die Ukraine seine guten Beziehungen zu Moskau bei. Das Westbalkanland ist zudem erklärter Gegner der Nato und stattdessen Beobachter im von Russland geführten Verteidigungsbündnis OVKS.

Doch angesichts der anhaltenden russischen Angriffe bemüht sich Selenskyj um weitere Unterstützung. Vučić versucht wiederum, seine Beziehungen mit der EU zu verbessern, da er innenpolitisch unter Druck steht und sein Verbündeter auf EU-Ebene, der frühere ungarische Premier Viktor Orbán, weg vom Fenster ist.