Neue Besen kehren gut. Dieser Spruch drängt sich auf, wenn man sich die Halbjahreszahlen von Julius Bär anschaut. Unter Führung von Stefan Bollinger, der seit Anfang vergangenen Jahres an der Spitze des Zürcher Vermögensverwalters steht, ist der Gewinn auf Rekordhöhe geklettert. Tatsächlich trägt dieses Ergebnis die Handschrift des ehemaligen Goldman-Sachs-Bankers. Der Schweizer hat die Kosten rigoros nach unten geboxt und dabei auch harte Personalentscheidungen getroffen. 400 Mitarbeiter mussten gehen, was die Stimmung im Haus tief in den Keller gedrückt hat. Auch der laufende Austausch im Kreis der Kundenberater sorgt für Unruhe. Das trägt gewiss dazu bei, dass der Zufluss an neuen Kundengeldern noch zu wünschen übriglässt.Bollinger indes verweist auf den gezügelten Risikoappetit: Große Kunden aus schwierigen Ländern und Branchen lässt er systematisch aussortieren. Neben den längst überfälligen Abschreibungen im Kreditportfolio ist das die überzeugendste und vermutlich auch nachhaltigste Maßnahme, die Bollinger bisher ergriffen hat.Die Geschichte von Julius Bär ist voll von Skandalen, die aus hochriskanten Geschäften mit fragwürdigen Gestalten resultierten – von prominenten Geldwäschern in Venezuela bis hin zum einst schillernden Immobilienjongleur René Benko. Diese brockten der Bank nicht nur horrende Verluste ein, sondern beschädigten deren wertvollstes Gut: das Vertrauen der Kunden.
Stefan Bollinger: Julius Bär kämpft um Kundenvertrauen
Unter der Führung von Stefan Bollinger soll endlich Schluss sein mit riskanten Geschäften. Dieser Kurs ist geeignet, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.










