Die Lust auf kalten Champagner befriedigt etwa das «Marguita» im «Baur au Lac». PD Wer an heissen Tagen unterwegs ist, setzt am besten auf einen kulinarischen Plan B. Kalte Suppen und frische Drinks passen, doch manchmal kann man auch von den asiatischen Gastronomen lernen.Eiskalter ChampagnerEr muss natürlich nicht von der allerteuersten Sorte sein, der Sommer-Schaumwein. Champagnerliebhaber aber bevorzugen einen Besuch im «Les Bulles», der exklusivsten Champagnerbar der Stadt – ab dem 9. Juli auch im Freien. Zu den Produkten kleiner, herausragender Erzeuger werden hier auch in der heissen Jahreszeit Austern serviert: Es ist ein Märchen, dass Schalentiere bloss in der kalten Jahreszeit essbar seien. Im «Les Bulles» geniesst man Champagner im Kühlen oder unter freiem Himmel. PD Wer es trotz 30 Grad und mehr krachen lassen will, geht ins «Aurora», wo man Krug glasweise serviert; das «Marguita» wiederum lässt es sich nicht nehmen, Laurent-Perrier Grand Siècle glasweise zu kredenzen. Im «Marguita» im «Baur au Lac» gibt es glasweise Laurent-Perrier Grand Siècle. PD Gazpacho und andere kalte SuppenWenn sich irgendwer in Europa mit hohen Temperaturen auskennt, dann die Südspanier. Mit ihrer Gazpacho haben sie die ultimative Sommersuppe erfunden. Eine besonders schmackhafte wird im Niederdorf-Lokal «Bodega Española» serviert, das das klassische Tomatenrezept mit Erdbeeren variiert. Die «Bodega Española» wirkt wie aus der Zeit gefallen – und gerade das macht ihren Reiz aus. PD Empfehlenswert ist auch die Gazpacho im «Tartufo», selbst wenn der Chef Italiener ist (dass hier auch feinste Pasta gereicht wird, hat sich noch nicht überall herumgesprochen). Ohne Tomaten kommt die Topinambur-Kaltschale mit Mandeln und Schnittlauch aus, die im Rahmen des Sommerprogramms im «Franz» gemixt wird.Salate, aber richtigEinen richtig guten Salat zu bekommen, ist nicht einfach. Klar, es gibt die 1001 trendigen Bowl-Salad-Outlets à la «Savor» oder «Roots», aber was da in die Schüsseln gelangt, ist oft Standard. Wer mehr will, sollte ambitionierte Restaurants aufsuchen. Das «Lasalle» hat einen Salat mit Tomaten, Pfirsichen, Haselnüssen und Estragon ins Programm genommen. Oder wie wäre es mit marinierten Kopfsalatherzen mit Ziegenkäseglace, zu bekommen im «Josef»? Das «Josef» zeigt, wie spannend ein Salat sein kann. David Heimer Ausflügler werden an vielen Orten rund um den Zürichsee mit feinen Sommersalaten verwöhnt – etwa in der «Ufnau», wo die Küche ihren Salat mit Fischknusperli anreichert.Scharfe Gerichte wie in AsienNicht nur die Malaysier, auch die Thailänder und viele andere Bewohner warmer Staaten Asiens wissen, dass scharfes Essen bei Hitze genau richtig ist. Es schmeckt nicht nur, der Inhaltsstoff Capsaicin regt auch die Schweissproduktion an. Verdunstet er auf der Haut, entsteht ein kühlender Effekt. Im «Tiffins» einen knackig-scharfen Laab Gai genannten Salat aus Pouletfleisch und Kräutern zu verzehren, ist bei Hitze eine tolle Idee. Frisch und anregend: Laab Gai, ein pikanter thailändischer Salat mit Pouletfleisch und Kräutern. Getty Images Und wem das scharfe Lammcurry im indischen Restaurant Garhwal zu spicy ist, der mildert es mit Mango-Lassi ab: Die Kombination aus Joghurt und frischen Früchten ist bei verschärfter Hitze unschlagbar.Glace in allen VariantenOhne Eis geht es natürlich nicht bei 30 Grad aufwärts. In Zürich haben sich zahlreiche Klassiker etabliert – von der Gelateria di Berna bis zum «Tellhof». Noch etwas weniger bekannt dürfte der «Eisladen» in Wiedikon sein. Bei «Vanini» muss es Schokoladenglace sein, die zu den besten der Stadt gehört. Nicht zu vergessen ist «Stoller», eine der eisigen Referenzen der Stadt. Die Top-Köche des Kantons lassen sich natürlich auch nicht zweimal bitten: «Rico’s così!» in Küsnacht reicht etwa im Laufe eines Menus Thymian-Honig-Glace oder Rucola-Granité. Erfrischung im Kreis 4 von der Gelateria Tellhof. Annick Ramp Säfte, Shakes und LimonadenWenn die Zürcher einen kalten Shake geniessen und gleichzeitig im Trend-Stream schwimmen wollen, gehen sie zu «Miss Liquid». Die hier Functional Shakes genannten Drinks enthalten Zutaten wie Kollagen, Tahiti-Meersalz oder Ashwagandha. Bei «Miss Liquid» stehen Functional Shakes im Mittelpunkt. PD Nicht ganz so abgedreht wirken die Säfte in der «Juicery21»: Ein Watermelon-Lime-Cooler ist auf seine Art ja auch irgendwie ein Functional Drink: Er funktioniert bestens als Kühlmittel! An hausgemachten Limonaden mangelt es in der Stadt nicht: vom «Hiltl» bis zum «Lotti». Wer den Trend-Drink Iced Matcha schlürfen möchte, ist im «Lalere» bestens aufgehoben.Cocktails mit wenig AlkoholSchnaps schmeckt kein bisschen im Hochsommer, allzu hochprozentige Cocktails erfrischen nicht, sondern sättigen. Wenn es Drinks mit Alkohol sein sollen, dann solche, die vor allem Frische (vielleicht aus Zitrusfrüchten) vermitteln. Im «Tales» wäre ein alkoholarmer Highball mit Tee, Tonic und Verjus genau richtig, aber der Chef mixt auch gern mit Ingwer, Sherry, Kokosmilch oder Champagner. Ein Espresso Martini ist herber, aber nicht minder erfrischend: Ihn bereitet die Bar im «Dolder» in Perfektion zu. Könnte mit einem kühlen Waldspaziergang verknüpft werden: Ein Abstecher in die Bar des «Dolder». Philippe Hubler Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.