Es ist Dienstag Abend, Berlin glüht in der Hitze, und die F.A.Z. feiert ihren Sommerempfang im Restaurant Borchardt. Gläser klirren, Stimmen schwirren, Champagnerlaune. Tatsächlich wird auf der Feier – neben anderem – traditionell Champagner ausgeschenkt. Da greifen viele besonders gern zu. Doch der Anlass bietet auch Gelegenheit, einige Gäste zu fragen, was ihr Sommerdrink des Jahres 2026 sei. Die Frage ist nicht unpolitisch, wie einige der Antworten zeigen.Lukasz Batruch, Büroleiter des grünen Bundestagsabgeordneten Till Steffen, nennt, inspiriert vom Inhalt seines Glases, Champagner – „aber nur, wenn er vegan und bio ist“. Selbstironie hilft nicht nur auf Sommerfesten. Der Maler Markus Lüpertz, mit Hut und Totenschädel-Gehstock, bekennt, er trinke „nur“ Rotwein. Im Sommer auch auf Eis.

Ein paar Meter weiter stehen der frühere FDP-Chef Christian Dürr und sein früherer Sprecher Moritz Cvoro. Dürr, Niedersachse, nennt als seinen liebsten Sommerdrink Lüttje Lage. Die Antwort darf als Hommage an die Heimat verstanden werden, nicht unbedingt als Empfehlung für Abende auf heißem Großstadtpflaster: Das genannte Getränk, vor allem in Hannover populär, besteht aus einem Bier und einem Schnaps, die aus zwei Gläsern zusammen in den Mund geschüttet werden.Das Trinken als Politiker ist eben politischSprecher Cvoro hält mit gesunden Erfrischungen dagegen: selbst gemachter Eistee – Bünting-Tee, betont er als Ostfriese – mit Pfirsichsaft oder Limo aus Holunderblütensirup. So liberal sind die Liberalen, dass beide Antworten und die Antwortgeber hier gut gelaunt nebeneinanderstehen.Für die heißen Tage eine angenehm kühle Suppe: GazpachoFriederike HauptFür Forschungsministerin Dorothee Bär, CSU, antwortet zunächst neckisch ihr Mann Oliver Bär: Seine Frau trinke zu jeder Jahreszeit, fünfte inklusive, am liebsten Silvaner aus Franken. Sie sei schließlich Unterfränkin. Bär stimmt zu, ergänzt aber ein neues Lieblingsgetränk: Maracujaschorle mit nicht zu wenig Sprudel.Gesundheitsministerin Nina Warken, CDU, zögert, überlegt und sagt dann, die Erwartungen an ihr Amt bedenkend: „Ich muss ja jetzt Apfelschorle sagen.“ Sie lacht, das Ehepaar Bär ebenso. Das Trinken als Politiker ist eben politisch. Zu viel, zu wenig, das Falsche, alles kann gegen einen verwendet werden.Geradezu subversiv gehen es CDU-Staatssekretär Philipp Amthor und seine Partnerin Carlotta Voß, politische Referentin und Publizistin, an. Voß nennt als ihre liebsten Sommerdrinks Coke Zero und: Bier. Über Amthor berichtet sie, dass der auch gern Sarti Spritz trinke, einen Aperitif mit Blutorange. Sie kichert: Der sei allerdings rosa. Amthor lacht ebenfalls, beinahe geschmeichelt. Er sei „männlich genug“, um rosafarbene Getränke auszuhalten. Also dann: Auf den Sommer!