Als Ingeborg Bachmann am 17. Oktober 1973 in Rom starb, waren 36 Prozent ihrer Haut verbrannt. Ihr Nachthemd war beim Rauchen in Brand geraten; betäubt von Alkohol und Tranquilizern, konnte sie das Feuer nicht löschen. Der Feuertod der großen Ingeborg Bachmann war wie eine Szene aus ihren Büchern. Sie hat ihn unzählige Male schreibend imaginiert, um nicht zu sagen – sie hat ihn herbeigeschrieben. Wie oft ist in ihrem Roman Malina von feurigen Explosionen die Rede, vom Schreiben mit verbrannter Hand, von den Flammen der Hölle und vom Feuer, in das man alles werfen soll, was man hat. Alles, bis auf die Schuhe. Einmal heißt es: »Ich bin an der Raserei meines Vaters verglüht und gestorben.« Als sie selbst Opfer der Flammen geworden war, beschwerte dieser Tod ihre wie mit brennenden Händen geschriebenen Texte mit einem unheimlichen Echtheitssiegel.
Leben von Ingeborg Bachmann: Die Jahrhundert-Schriftstellerin
Wie findet man seinen Platz in einer Welt, in der man nicht vorgesehen ist? Bis heute liefert Ingeborg Bachmanns Leben immer wieder neue Antworten.
Ingeborg Bachmann starb 1973 in Rom mit 36 Prozent Brandverletzungen, als ihr Nachthemd Feuer fing. Der Brand verkörpert ihre zentrale literarische Obsession mit Flammen und Vernichtung – eine reale Kongruenz, die ihre Werke mit unerwarteter Authentizität erfüllt.










