Ingeborg Bachmann und die Politik: Dichtung und Wahrheit
Ingeborg Bachmann nahm in ihrem Schreiben stets die Gewalt in der Sprache in den Blick. Wo stand die Dichterin politisch?
Ingeborg Bachmann, undatiert (vermutlich 1960er Jahre)
Keystone/ullstein bild
Ingeborg Bachmann ist vieles anzulasten, aber zuvorderst vielleicht dies: dass sie die Liebe ernst nahm. Dass sie auch alles andere ernst nahm, gerät darüber mitunter in Vergessenheit. Die Wahrheit, die „dem Menschen zumutbar“ ist, nimmt in ihrem Denken einen festen Platz ein. „Was wahr ist“, sucht sie in ihrem gleichnamigen Gedicht zu bestimmen. Wahrhaftigkeit ist für Bachmann Gütesiegel erster Ordnung. Über die von ihr verehrte Philosophin Simone Weil urteilte sie so einmal, die Mystikerin sei von „tödlichem Ernst“ und „durch und durch wahrhaftig“. Einen leichten Stand habe Weil allerdings nicht, sei sie äußerlich doch „nicht anziehend“ und "ohne Charme".










