Im Streit um die geplante Übernahme der Commerzbank hat die italienische Großbank UniCredit die deutsche Finanzaufsicht BaFin eingeschaltet. UniCredit habe die Behörde gebeten, Aussagen der Commerzbank zum bisherigen Erfolg des Übernahmeangebots zu prüfen, teilte das Mailänder Geldhaus am Montag mit. Das auf rund 40 Milliarden Euro bezifferte Aktientauschangebot läuft am Dienstag aus.

Hintergrund ist ein Streit über die Aussagekraft der bislang angedienten Aktien. Die Commerzbank hatte erklärt, ein erheblicher Teil der eingereichten Anteile stamme nicht von tatsächlichen Investoren, sondern von Banken, die in vielen Fällen Gegenparteien von Derivategeschäften der UniCredit seien. UniCredit hält nach eigenen Angaben entsprechende Derivate unter anderem mit Nomura, Citi und BNP Paribas.

Angebliche Falschinformationen

UniCredit wies die Darstellung zurück. Behauptungen, die tatsächliche Zahl der angedienten Aktien sei niedriger, weil diese Papiere von UniCredit geliehen worden seien, seien „falsch und unbegründet“, hieß es in einer Mitteilung. Die Bank sehe sich gezwungen, ihre Position klarzustellen, da fortgesetzt ungenaue und irreführende Informationen den Angebotsprozess störten.

Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp verteidigte das Vorgehen ihres Hauses auf einer Konferenz. „We have, of course, simply presented the facts, and we will continue to do so, because we are the only ones who actually have access to them“ (Wir haben lediglich die Fakten dargestellt und werden dies weiterhin tun, da nur wir Zugang zu ihnen haben), sagte sie. Die Commerzbank hatte ihrerseits die BaFin um eine Prüfung der Angaben der UniCredit gebeten.