Der hitzige Übernahmekampf zwischen der Commerzbank und der UniCredit spitzt sich weiter zu. Der Commerzbank-Gesamtbetriebsrat wirft der italienischen Großbank irreführende Angaben bei ihrem Übernahmeangebot vor und will nun Strafanzeige stellen.„Ich kann bestätigen, dass heute eine außerordentliche Sitzung des Gesamtbetriebsrats stattfindet“, sagte Betriebsratschef Sascha Uebel (49) dem „Handelsblatt“. „Dabei soll beschlossen werden, dass der Gesamtbetriebsrat seinen Vorsitzenden beauftragt, Strafanzeige wegen des Verdachts der Marktmanipulation und Irreführung nach Paragraf 119 und 120 WpHG gegen unbekannt zu stellen.“ Der Vorwurf wiegt schwer: Marktmanipulation ist in Deutschland eine Straftat.

Die UniCredit hat Anfang Mai ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt und bekam dabei bis Donnerstag 11,22 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient. Damit würde der Anteil der UniCredit rechnerisch auf gut 37 Prozent steigen, zudem hat sie sich über Kaufoptionen mehr als 3 Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente.

„Verdacht, dass der Kapitalmarkt in die Irre geführt werden soll“Dass die UniCredit deutlich vor Ende der Übernahmefrist, die bis 16. Juni läuft und bis 3. Juli verlängert werden kann, so viele Aktien einsammelt, überrascht – ihre Offerte liegt unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie. Zudem dienen Großinvestoren ihre Papiere meist erst kurz vor Ende der Übernahmefrist an.