Im Streit um die Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit verschärfen sich die Feindseligkeiten weiter. Nachdem sich beide Seiten zuletzt gegenseitig die Verbreitung von irreführenden Informationen vorgeworfen hatten, nimmt jetzt offenbar auch die Staatsanwaltschaft der Sache an. Das berichtet die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ unter Verweis auf Aussagen eines Behördensprechers. Demnach untersuchen die Ermittler Einzelheiten zu den Erklärungen von UniCredit gegenüber der Bafin. Es bestehe der Verdacht, dass die Informationen über den Stand des Übernahmeangebots die Märkte irregeführt haben könnten, so der Bericht weiter.Die Commerzbank wiederum sieht bei den Angaben der UniCredit ein falsches Spiel und hat die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Sie kritisiert, die angedienten Aktien stammten überwiegend von Banken, mit denen die UniCredit über Finanzinstrumente Geschäfte macht, und nicht von unabhängigen Aktionären. Denn für diese wäre das Angebot der UniCredit, das unter dem Aktienkurs der Commerzbank liegt, ein Verlustgeschäft. Die UniCredit wies die Kritik wiederholt zurück.

Bund lehnt UniCredit-Angebot abDer deutsche Staat hat der laufenden Übernahmeofferte der UniCredit für die Commerzbank derweil eine Absage erteilt. „Eine Annahme des Angebots kam bereits wirtschaftlich nicht infrage, da das Übernahmeangebot keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie enthält“, teilte die Finanzagentur des Bundes in Frankfurt mit.