PfadnavigationHomeSportFußballWMArtikeltyp:MeinungFifa-PräsidentDie Wahrheit ist: Wir lernen es nicht. Dabei gibt sich Infantino so viel MüheStand: 08:24 UhrLesedauer: 2 MinutenIm WM-Auftaktspiel der USA gegen Paraguay in Los Angeles schenken sich beide Mannschaften nichts. Der Schiri hat alle Hände voll zu tun und zückt die Gelbe Karte nicht nur einmal, wie man im Video sieht.Die Fußball-WM ist die große Bühne von Gianni Infantino. Dabei muss sich der Fifa-Boss mit einer bemitleidenswerten Gattung von Moralisten herumschlagen: uns. Was soll er noch tun, die Regenbogenbinde tragen? Ein – nicht ganz ernst gemeinter – Einblick.Geht es Ihnen auch so? Möchten Sie auch am liebsten in die Tischkante beißen, wenn Gianni Infantino mal wieder eine seiner bizarr-unverschämten Vorstellungen abgibt?Dann haben Sie – und ich leider auch – ein Problem. Das müssen wir uns ganz offen eingestehen.Wir gehören zu einer bemitleidenswerten Gattung von Moralisten. Wir halten uns, um es mit dem Fifa-Chef zu sagen, für die „Könige der Welt“. Immer wieder reiten wir auf diesen ganzen Nebensächlichkeiten herum, die uns doch einfach nur den Spaß an der WM nehmen: Menschenrechte, Ticketpreise, die Anbiederung an Donald Trump, die Einreisebeschränkungen, mit denen die USA Teile der Fans und sogar WM-Teilnehmer ausschließt.Was soll der arme Mann denn noch tun?Wir kriegen es einfach nicht in unsere europäischen, postkolonialistischen Schädel rein. Dabei weist uns Infantino immer wieder darauf hin: Die Welt ist nicht so, wie sie uns gefällt. Aber von wegen „chill and relax“ – wir reagieren reflexartig mit Entrüstung. Als ob es dadurch Gastarbeitern oder Minderheiten in Katar besser gegangen wäre oder dieser somalische Schiedsrichter nun doch ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten darf. Mein Gott noch einmal. Der soll in Mexiko pfeifen. Oder in Kanada – bevor Trump es annektiert.Die Wahrheit ist: Wir lernen es nicht. Dabei gibt sich der Gianni so viel Mühe – gerade auch mit uns Europäern. Er ist ja schließlich selbst einer, wenn auch Schweizer. Vor vier Jahren war er sogar schwul („Today I feel gay“) – nur für uns. Lesen Sie auchWas soll der arme Mann denn noch tun, um uns die Freude am Fußball zurückzugeben? Die Regenbogenbinde tragen? Uns den Friedenspreis verleihen? Vielleicht. Aber wir sind mittlerweile wohl so perfide, dass wir selbst dahinter ein abgeschmacktes Kalkül vermuten. Schlimm sind wir. Wirklich.