Gianni Infantinos Haltung zur abweisenden Visumpolitik der amerikanischen Regierung gegenüber Fußballfans aus aller Welt erzürnt Menschenrechtsorganisationen. „Ohne Welt gibt es keine Weltmeisterschaft“, sagte Andrea Florence, Exekutivdirektorin der Sports & Rights Alliance auf Anfrage der F.A.Z. Infantino hatte am Mittwoch unter anderem mit Blick auf den abgewiesenen somalischen Schiedsrichter Omar Artan gesagt, die Öffentlichkeit solle sich „einfach entspannen und relaxen“ (englisch: „Just chill, relax“).Dass die FIFA nichts unternehme, sende eine Botschaft an Fans und Journalisten: Der Weltverband schüchtere ein. „Wenn die FIFA nicht mal ihre eigenen Schiedsrichter und Spieler schützen kann, wie will sie sicherstellen, dass Fans respektiert werden?“, fragte Florence. Unter dem Dach der Sports & Rights Alliance setzen sich unter anderem Amnesty International, Human Rights Watch, Reporter ohne Grenzen und Gewerkschaften für die Durchsetzung von Menschen- und Arbeitsrechten bei Sportgroßveranstaltungen ein.Andrea Florence bezog sich zudem auf den Fall der iranischen Frauenrechtsaktivistin Sara (ein Pseudonym), die sich mit „Open Stadiums“ seit Jahrzehnten für Frauenrechte in ihrer Heimat einsetzt und mit ihrem Aktivismus wesentlich dazu beigetragen hat, dass Frauen regelmäßig – nicht immer – Männerfußballspiele in iranischen Stadien verfolgen können. Die amerikanische Botschaft in Brüssel hatte ihr ein Visum verweigert und auf eine Gefährdung der „nationalen Sicherheit“ verwiesen.„Sie war bei den Männer-Weltmeisterschaften in Russland und Qatar und den Frauen-Turnieren in Frankreich und Australien. Wenn ‚Sara‘ kein Visum bekommt, steht fest, dass kein anderer iranischer Fan in die USA reisen konnte, um Spiele der iranischen Mannschaft zu sehen. Wenn Fans ausgeschlossen werden, kann der Rat nicht sein, einfach zu entspannen. Die FIFA sollte empört sein und sich für ihre Fans einsetzen.“Drei Tage vor dem Spiel der iranischen Mannschaft gegen Neuseeland am Montagabend im kalifornischen Inglewood sind die konkreten Umstände der Anreise der Spieler und Trainer und der Fanbeteiligung weiter unklar. Der amerikanische Präsident Donald Trump führt seit Februar Krieg gegen die Islamische Republik Iran, die iranische Delegation musste auf der mexikanischen Seite der Grenze in Tijuana Quartier beziehen.
US-Visum bei Fußball-WM 2026: Infantinos Haltung erzürnt Menschenrechtler
Abgewiesene Fans, ein unerwünschter Schiedsrichter, offene Fragen: Die amerikanische Einreisepolitik wird zum WM-Problem. Die Kritik am FIFA-Präsidenten wächst.













