Der Friedenspreis, den er für Donald Trump erfunden hat. Das Trikot, das er ihm ins Oval Office mitgebracht hat, die Gelben und Roten Karten. Die rote Kappe im MAGA-Stil, die sich Gianni Infantino aufzog, als er in Trumps Friedensrat saß. Die Anbiederungsdauerschleife auf Instagram, mit der er, Infantino, der Präsident der Fédération Internationale de Football Association (FIFA), ihm, Trump, dem 45. und 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika den Hof gemacht hat (und weiter machen wird): Es hat alles nichts genützt. Gianni Infantino steht als FIFA-Chef seit Montag nackt da.Infantino ist nicht allein. All die Funktionäre, die sich ihm mehr oder minder bedingungslos ergeben, das von ihm verteilte Geld einstreichen, sind blamiert. Männer, die Infantinos beschämende Entscheidungen verteidigen, bis über die Schmerzgrenze hinaus. Zum Beispiel Bernd Neuendorf, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, der den FIFA-Friedenspreis für Trump schönredete und mit 250.000 Dollar per annum für seinen Sitz im FIFA Council entschädigt wird.Wie der Mensch heißt, der all diese FIFA-Männer so peinlich nackt dastehen lässt, ist unbekannt. Er arbeitet bei der United States Customs and Border Protection am Miami International Airport und hat entschieden, Omar Artan aus Somalia nicht einreisen zu lassen. Omar Artan ist Schiedsrichter. Er sollte für die FIFA bei der Weltmeisterschaft 2026 pfeifen. Ihm war ein gültiges Visum für die Vereinigten Staaten ausgestellt worden. Es hat ihm nicht geholfen. Immigration denied, Einreise verweigert. Donald Trumps Amerika verbietet dem somalischen Schiedsrichter die WM-Teilnahme.Infantino hatte die „inklusivste WM der Geschichte“ versprochen. Das Turnier ist noch nicht angepfiffen, aber das Versprechen ist schon gebrochen. Diese WM findet vor allem in den Vereinigten Staaten statt. Sie sind ein Land, dessen Präsident Somalier rassistisch beleidigt, als „Müll“ bezeichnet. Ein Land, dessen Präsident, Infantinos Friedenspreisträger, wenige Monate vor dem Turnier einen Krieg gegen Iran beginnt. Ein Land, das den iranischen Spielern während des Turniers das Gastrecht verweigert und dem Fußballverband des Landes dessen Ticketkontingent streicht. Kein Zweifel: Diese WM findet vor allem in Trumps MAGA-Amerika statt.Zum sportpolitischen Skandal wird diese WM nicht, weil die Amerikaner ihr Recht durchsetzen, so abstoßend, freiheits- und menschenfeindlich Trumps Administration auch handelt. Ein Skandal ist, dass Infantino und seine FIFA diese WM trotzdem in Trumps Amerika austragen lassen. Ein Skandal ist, dass niemand diese Entwicklung aufgehalten hat, obwohl sie sich doch abgezeichnet hatte. Alle Welt sah, was sich in Trumps Amerika abspielte.Infantino war Gast von Trumps zweiter Amtseinführung. Und sagte damals, im Januar 2025, „gemeinsam“ würden beide „nicht nur Amerika, sondern die ganze Welt großartig machen“. Keine 18 Monate später ist der FIFA-Präsident Gianni Infantino nicht mal mehr Schutzherr seines Schiedsrichters. Sondern Trumps Komplize. Komplize eines verurteilten Straftäters, eines US-Präsidenten, der zum Ende seiner ersten Amtszeit beim Versuch, im Amt zu bleiben, den Mob aufwiegelte.Sie könne nichts tun, teilt die FIFA mit, die Einreiseentscheidung sei Sache der Vereinigten Staaten. Gianni Infantino hat Trump becirct, geschmeichelt, den Hof gemacht, über Schamgrenzen hinweg. Dann wollte Omar Artan, der Schiedsrichter aus Somalia, in die Vereinigten Staaten einreisen. Und alle Welt sieht: Gianni Infantino versagt. Wer ihm nun treu ergeben bleibt, ist Gefolgsmann eines FIFA-Präsidenten, der seine Schiedsrichter im Stich lässt. Eines FIFA-Präsidenten, der seiner wichtigsten Aufgabe nicht gewachsen ist.