PfadnavigationHomePolitikDeutschlandNeuer FDP-Chef„Ein klassischer Macho“ – Hofreiter lästert über KubickiStand: 09:41 UhrLesedauer: 3 MinutenNach der verlorenen Kampfabstimmung gegen Wolfgang Kubicki stichelt Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann gegen den neuen FDP-Chef. Kubicki sieht dabei keinerlei innerparteiliche Spannungen: „Wir sind beide meinungsstarke Persönlichkeiten“, sagt Kubicki im WELT-Interview.Die Hakeleien nach der Wahl der neuen FDP-Spitze rufen auch Grünen-Politiker Hofreiter auf den Plan. Der neue FDP-Chef Kubicki sei ein Opfer veralteter Männlichkeitsbilder, sagt er in einer TV-Sendung – neben einer leicht schmunzelnden Strack-Zimmermann.Der FDP-Parteitag und die turbulente Wahl von Wolfgang Kubicki beschäftigen die Hauptstadtjournalisten weiterhin. Auch Moderatorin Pinar Atalay versuchte sich in ihrem Polit-Talk auf Ntv in einer Nachlese. Dazu hatte sie Grünen-Politiker Anton Hofreiter, aber auch Kubickis Gegenspielerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann eingeladen. Ein kurzer Videoausschnitt der Sendung kursiert aktuell in den sozialen Medien, darin analysiert Hofreiter das Auftreten des 74-jährigen neuen Parteivorsitzenden. „Er ist halt so ein klassischer Macho“, führte der Vorsitzende des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union im Bundestag aus. Diese Spezies, so Hofreiter, halte sich seinen Beobachtungen zufolge in der Regel für „stark und männlich“, auch würde sie „gerne Wein trinken“. Hinter dieser Fassade jedoch, so gab Hofreiter neben einer phasenweise sichtlich amüsierten Strack-Zimmermann zum Besten, würden sich oft „schwache, verwundbare und unsichere Menschen“ verstecken, die „leicht zu verletzen seien“.So auch in diesem Fall, erklärte Hobby-Psychologe Hofreiter. Kubicki habe offenbar vor der Wahl gedacht, dass er diese „locker“ für sich entscheiden könne, analysierte Hofreiter. Zum Hintergrund: FDP-Politikerin Strack-Zimmermann war auf dem Bundesparteitag am Wochenende überraschend gegen Kubicki bei der Wahl zum Parteivorsitz angetreten. Kubicki wurde dann mit knapp 60 Prozent gewählt, Strack-Zimmermann unterlag mit knapp 40 Prozent.Auf das Überraschungsmoment der Kandidatur von Strack-Zimmermann ging Hofreiter zunächst nicht ein, stattdessen arbeitete er sich an Kubickis Tonfall ab. Lesen Sie auchDieser sei „immer gut im Austeilen“, aber weniger gut im „Einstecken“ von Schlägen, so der studierte Biologe Hofreiter. In einer Demokratie sei es aber doch möglich, dass jemand „spontan“ kandidiere und es dann eine „echte Wahl“ gebe – zumal in „einer Partei des Wettbewerbs“ wie der FDP. Das sei ja, so Hofreiter offen ironisch, „noch unverschämter, dass es da plötzlich einen echten Wettbewerb gibt“. Sein Fazit: Natürlich sei all dies legitim und absolut in Ordnung.Die Debatte um „wo der Hammer hängt“Nach der hart umkämpften Abstimmung am Wochenende hatten die beiden FDP-Kontrahenten auf eine öffentliche Aussöhnung verzichtet, anschließend trieb das gegenseitige (verbale) Nachtreten jedoch skurrile Blüten. „Marie-Agnes, Du hast nur 40 Prozent – und jetzt weißt Du, wo der Hammer hängt“, sagte Wolfgang Kubicki der „Bild“-Zeitung im Interview. Und: „Wenn Du die FDP in die Bedeutungslosigkeit führen willst, dann mach genauso weiter.“ Lesen Sie auchDie so Angesprochene postete daraufhin am Montagmorgen im Netzwerk X das Foto eines Gummihammers und schrieb dazu scherzhaft, sie habe Kubickis Hammer an sich genommen: „Ich möchte ja nicht, dass Du Dir versehentlich weh tust.“Kubicki ließ den Seitenhieb nicht unkommentiert auf sich sitzen. Es sei gar nicht so leicht, „mit einem Gummihammer liberale Nägel einzuschlagen“, sagte er im Interview bei WELT TV. „Ich habe das mal versucht, mit einem Gummihammer liberale Nägel einzuschlagen, überhaupt Nägel einzuschlagen, und bin gnadenlos gescheitert.“Im Interview mit WELT TV verkündete der neu gewählte FDP-Chef anschließend aber, dass er den öffentlichen Streit mit seiner Kontrahentin Marie-Agnes Strack-Zimmermann entschärft habe. Beide hätten sich darauf verständigt, „dass die Fortsetzung der Nickeligkeiten in der deutschen Öffentlichkeit die Ahnung hinterlassen würde, zwischen uns würde es nicht stimmen“, so Kubicki. Bei einer Begegnung am Montag im FDP-Präsidium hätten Strack-Zimmermann und er selbst sich zudem „nett auseinanderklamüsert“.krott mit dpa