Die Kampfabstimmung um den Parteivorsitz sorgt in der FDP für böses Blut. Der neu gewählte Parteichef Wolfgang Kubicki warnte seine unterlegene Konkurrentin Marie-Agnes Strack-Zimmermann am Sonntag davor, die FDP mit ständiger Kritik an der neuen Führung zu spalten und die Erfolgschancen zu minimieren. „Marie-Agnes, Du hast nur 40 Prozent – und jetzt weißt Du, wo der Hammer hängt“, sagte Kubicki der „Bild“.Wenn Strack-Zimmermann sich an dem Ergebnis der Kampfabstimmung „ergötzen will, dann bitteschön“, sagte Kubicki, fügte aber eine Warnung an seine Rivalin hinzu: „Wenn Du die FDP in die Bedeutungslosigkeit führen willst, dann mach genauso weiter.“ Die unterlegene Strack-Zimmermann antwortete am Montag öffentlich über den Kurznachrichtendienst X. „Ich weiß jetzt, wo der Hammer hängt, deswegen habe ich ihn sicherheitshalber mal an mich genommen“, schrieb die Verteidigungsexpertin der FDP.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Sie illustrierte den Post mit dem Bild eines Gummihammers. „Ich möchte ja nicht, dass du Dir versehentlich weh tust“, schrieb sie. Um dann allerdings versöhnliche Töne anzuschlagen: „Und jetzt lass uns lieber gemeinsam Nägel mit liberalen Köpfen machen.“ Neuer FDP-Generalsekretär distanziert sich von Brandmauer-Begriff Strack-Zimmermann hatte ihre unerwartete Kandidatur gegen Wolfgang Kubicki auch damit begründet, dass der neue FDP-Chef im Vorfeld des Parteitages keine klare Brandmauer zur AfD definiert hatte. Am Montag distanzierte sich auch der neugewählte FDP-Generalsekretär Martin Hagen noch einmal vom Begriff der Brandmauer im Verhältnis zur AfD. „Eine Partei, die eine klare Haltung hat, die braucht keine Brandmauer, um sich von der AfD oder auch jeder anderen Partei abzugrenzen“, sagte Hagen im Deutschlandfunk. „Für die FDP kommt weder die AfD noch die Linkspartei als Koalitionspartner infrage. Die FDP arbeitet nicht mit linken oder rechten radikalen Parteien zusammen. Aber dazu braucht man ja nicht die Brandmauer und alles, was dazugehört.“Zur künftigen Arbeit in den Parlamenten sagte Hagen: „Ich würde mein Abstimmungsverhalten nie davon abhängig machen, was die AfD tut oder was andere Parteien tun, sondern ich würde da immer meinen Überzeugungen folgen.“ Es gehe jeweils um die Sache: „Wenn die AfD einem Antrag der FDP oder der CDU zustimmt, der in der Sache richtig ist, wird dieser Antrag ja dadurch nicht falsch. Tatsächlich Relevanz hat das aber ohnehin nur in Parlamenten, wo es keine Regierungsmehrheit gibt – derzeit etwa im Landtag von Thüringen.Wenn wir einen guten Antrag einbringen, wird der nicht dadurch schlecht, dass die AfD auch die Hand hebt.Martin Hagen, FDP-GeneralsekretärMit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September, wo die AfD nach Umfragen klar vorn liegt, stellte Hagen heraus: „Nein, die FDP wird der AfD keinen Durchmarsch ermöglichen. Es gibt keine Koalition, keine Zusammenarbeit mit der AfD, und wir stimmen auch nicht deren Anträgen zu. Aber wenn wir einen guten Antrag einbringen, wird der nicht dadurch schlecht, dass die AfD auch die Hand hebt.“ In Sachsen-Anhalt ist die FDP bislang Teil der regierenden Koalition mit CDU und SPD, lag in den Umfragen jedoch zuletzt bei drei Prozent und würde damit den Wiedereinzug in den Landtag verfehlen.In der Kampfabstimmung um den FDP-Vorsitz hatte sich Kubicki am Samstag mit knapp 60 Prozent gegen Strack-Zimmermann durchgesetzt, die auf knapp 40 Prozent kam. Nach ihrer Niederlage warnte Strack-Zimmermann den neuen Parteichef vor Alleingängen, ebenfalls in der „Bild“-Zeitung: „Wolfgang weiß jetzt, dass es 60 zu 40 steht“, sagte Strack-Zimmermann. „Er muss jetzt verbinden.“ Sie fügte hinzu: „Wir werden ganz genau schauen, wohin die Partei geht.“ (mit AFP)