PfadnavigationHomePolitikDeutschlandFDP-Kampfabstimmung„Ich weiß gar nicht, was sie will“, sagt Kubicki über Strack-ZimmermannStand: 07:39 UhrLesedauer: 3 MinutenWolfgang Kubicki, neu gewählter Parteivorsitzender der FDPQuelle: Carsten Koall/dpaWolfgang Kubicki sieht sich nach seiner Wahl zum FDP-Chef gestärkt und weist Kritik an seiner Haltung zur AfD‑Brandmauer zurück. Strack‑Zimmermann kündigt weitere inhaltliche Debatten an, während die AfD Kubickis Kurs lobt – und zugleich dessen Erfolg bezweifelt.Der neugewählte FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki sieht sich nach dem Parteitag der Liberalen gestärkt. „Ich bin gewählter Bundesvorsitzender der Freien Demokratischen Partei, der gesamten Freien Demokratischen Partei, auch der von Marie-Agnes Strack-Zimmermann“, sagte Kubicki in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ mit Blick auf seine bei der Wahl unterlegene Mitbewerberin. Rund 60 Prozent der Delegierten hätten sich entschieden, ihn zu wählen und damit die Richtung der Partei vorgegeben. „Die Sache ist entschieden. Wer auch immer eine Entscheidung der FDP haben wollte, hat sie bekommen“, sagte Kubicki.Die Europapolitikerin Strack-Zimmermann hatte sich erst ganz kurzfristig dazu entschieden, gegen Kubicki anzutreten, unterlag dann aber mit rund 59 zu 39 Prozent der Delegiertenstimmen. Strack-Zimmermann hatte sich darüber empört, dass Kubicki und der zum Generalsekretär gewählte Martin Hagen eine „unsägliche Brandmauerdebatte“ führen.Kontroverse um Brandmauer zur AfDKubicki hatte mit Formulierungen wie „Brandmauer? Kenne ich nicht. Steht nicht in der Verfassung. Gibt's nicht“ vor dem Parteitag bei seinen Kritikern die Befürchtung genährt, er wolle die FDP stärker rechts verorten. Auf dem Parteitag machte Kubicki aber deutlich: „Es wird mit Liberalen nie eine Zusammenarbeit mit der AfD geben, niemals.“In der ARD-Sendung sagte der neue FDP-Vorsitzende: „Ich weiß gar nicht, was Marie-Agnes will“. Seine Haltung zu dieser Frage entspreche exakt ihrer Position oder der des gesamten Parteipräsidiums. Es werde weder eine Zusammenarbeit noch Gespräche seitens der FDP mit der AfD geben. Aber klar sei auch, dass die Liberalen die Frage, ob sie Anträge im Parlamente einbringe, nicht davon abhängig machen, ob die AfD möglicherweise zustimmen könnte, oder wer auch immer. „Wer aufhört, seine Position zu markieren aus lauter Angst, die AfD könnte zustimmen, der kann auch zu Hause bleiben“, sagte Kubicki.Für Strack-Zimmermann sind die Debatten noch nicht beendet. „Wir werden diskutieren. Und wir werden insbesondere inhaltlich diskutieren“, sagte sie WELT. Sie betonte zugleich: „Dass einer alles vorgibt und alle anderen hinterherlaufen, ist Geschichte.“Lesen Sie auchFür seine Pläne zur inhaltlichen Neupositionierung bekam Kubicki indes Lob von der AfD. „Wolfgang Kubicki erkennt die Probleme der Zeit – dafür muss man ihn loben“, sagte AfD-Parlamentsgeschäftsführer Bernd Baumann der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. „Aber er ist in der falschen Partei“, fügte Baumann hinzu. Die FDP werde keine Wähler von der AfD abwerben können.Kubicki hatte die FDP auf dem Wahlparteitag aufgerufen, auch heiße politische Eisen anzupacken und damit den Wählern ein Angebot zu machen. Scharf kritisierte er Missstände in der Migrationspolitik. Zudem dürfe die FDP die Angst vor Wohlstandsverlust, die Kritik an der Klimapolitik und an einer Einengung der Meinungsfreiheit nicht der AfD überlassen, sagte Kubicki auf dem Parteitag.AfD-Parlamentsgeschäftsführer Baumann äußerte Zweifel daran, dass Kubickis FDP mit diesen Themen gegen die AfD punkten könne. „Das ist die Tragik des Wolfgang Kubicki“, sagte Baumann zu AFP. „Die FDP wird scheitern – und Kubicki ebenso.“dpa/AFP/rct