Via »Bild«-Zeitung wandte sich Kubicki an Strack-Zimmermann mit wenig schmeichelhaften Worten: »Marie-Agnes, Du hast nur 40 Prozent. Und jetzt weißt Du, wo der Hammer hängt«. Wenn Strack-Zimmermann sich an dem Ergebnis »ergötzen« wolle, »dann bitte schön«. Und wenn sie die FDP »in die Bedeutungslosigkeit führen« wolle, dann solle sie »genauso« weitermachen.Kubicki gilt als Frontmann der Rechtsliberalen in der FDP, Strack-Zimmermann ist die bekannteste Vertreterin des sozialliberalen Flügels. Auf dem Parteitag der Liberalen in Berlin wollte sich Kubicki trotz interner Kritik am Samstag eigentlich unangefochten zum Vorsitzenden wählen lassen. Sein bis dahin einziger Mitbewerber Henning Höne hatte vorab seine Kandidatur zurückgezogen.

Nach der Abstimmung hatte Strack-Zimmermann zwar erklärt, sie wolle Kubicki die Hand reichen. Gleichzeitig richtete sie eine Warnung in Richtung ihres Rivalen: »Wolfgang weiß jetzt, dass es 60 zu 40 steht«, sagte Strack-Zimmermann der »Bild«. »Er muss jetzt verbinden.« Und: »Wir werden ganz genau schauen, wohin die Partei geht.«

Kubicki wiederum ließ wenig Bereitschaft erkennen, auf den doch erheblichen Teil an Liberalen zuzugehen, die sich gegen ihn gestellt haben. Auf die Frage, wie er Strack-Zimmermann und deren Lager für sich gewinnen wolle, entgegnete er am Samstagabend in der ARD: »Gar nicht.« Kubicki fügte hinzu: »Meine Aufgabe besteht nicht darin, irgendjemanden zu gewinnen, sondern dafür zu sorgen, dass die Freien Demokraten von den Wählerinnen und Wählern ernst genommen werden.«