PfadnavigationHomePolitikDeutschlandFDP-Streit„Nicht, dass du dir weh tust“ – Strack-Zimmermann legt mit Hammer-Foto gegen Kubicki nachStand: 10:43 UhrLesedauer: 5 MinutenDer neue FDP-Generalsekretär Martin Hagen ist, wie auch Kubicki, entschlossen, die Partei durch mehr Zuspitzung und weniger Angst vor dem Zeitgeist wieder nach vorn zu bringen. Viele in der FDP fremdeln mit dem Kurs.Bei der FDP geht der Streit nach der Wahl von Wolfgang Kubicki direkt weiter: Marie-Agnes Strack-Zimmermann teilt gegen den neuen Parteichef aus. Der neue FDP-Generalsekretär Hagen stärkt Kubicki den Rücken.Die FDP kommt nicht zur Ruhe: Nach der verlorenen Kampfabstimmung gegen Wolfgang Kubicki stichelt Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann gegen den neuen FDP-Chef. Auf dem Online-Portal X veröffentlichte die Europaabgeordnete am Montag ein Foto eines Hammers und schrieb dazu, an Kubicki gerichtet: „Ich weiß jetzt, wo der Hammer hängt, deswegen habe ich ihn sicherheitshalber mal an mich genommen. Ich möchte ja nicht, dass du dir versehentlich weh tust.“ Sie ergänzte: „Und jetzt lass uns lieber gemeinsam Nägel mit liberalen Köpfen machen.“Strack-Zimmermann spielte damit auf eine Äußerung von Kubicki gegenüber der „Bild“-Zeitung an. „Du hast nur 40 Prozent und jetzt weißt du, wo der Hammer hängt“, hatte der 74-Jährige gesagt. „Wenn man sich daran jetzt ergötzen will, bitteschön.“Die Europapolitikerin Strack-Zimmermann hatte sich erst ganz kurzfristig am Samstag dazu entschieden, gegen Kubicki anzutreten, unterlag dann aber mit rund 59 zu 39 Prozent der Delegiertenstimmen. Nach ihrer Niederlage warnte Strack-Zimmermann den neuen Parteichef vor Alleingängen, ebenfalls in der „Bild“-Zeitung: „Wolfgang weiß jetzt, dass es 60 zu 40 steht“, sagte Strack-Zimmermann. „Er muss jetzt verbinden.“ Sie fügte hinzu: „Wir werden ganz genau schauen, wohin die Partei geht.“FDP streitet über Umgang mit der AfDIn der FDP war kurz vor dem Parteitag ein Streit über die „Brandmauer“ zur AfD entbrannt. Kubicki hatte mit Formulierungen wie „Brandmauer? Kenne ich nicht. Steht nicht in der Verfassung. Gibt's nicht“ bei seinen Kritikern die Befürchtung genährt, er wolle die FDP stärker rechts verorten. Auf dem Parteitag machte Kubicki aber deutlich: „Es wird mit Liberalen nie eine Zusammenarbeit mit der AfD geben, niemals.“In der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ sagte der neue FDP-Vorsitzende am Sonntagabend: „Ich weiß gar nicht, was Marie-Agnes will.“ Seine Haltung in der AfD-Frage entspreche exakt ihrer Position oder der des gesamten Parteipräsidiums. Es werde weder eine Zusammenarbeit noch Gespräche seitens der FDP mit der AfD geben. Aber klar sei auch, dass die Liberalen die Frage, ob sie Anträge im Parlament einbringe, nicht davon abhängig machen, ob die AfD möglicherweise zustimmen könnte, oder wer auch immer. „Wer aufhört, seine Position zu markieren aus lauter Angst, die AfD könnte zustimmen, der kann auch zu Hause bleiben“, sagte Kubicki.Lesen Sie auchFür Strack-Zimmermann sind die Debatten innerhalb der Partei noch nicht beendet. „Wir werden diskutieren. Und wir werden insbesondere inhaltlich diskutieren“, sagte sie WELT. Sie betonte zugleich: „Dass einer alles vorgibt und alle anderen hinterherlaufen, ist Geschichte.“Hagen: FDP braucht keine Brandmauer zur Abgrenzung von AfDDer neue Generalsekretär der FDP, Martin Hagen, sieht Kubicki nach dem Parteitag nicht geschwächt. „Es ist ein relativ deutliches Votum der Partei für Wolfgang Kubicki“, sagte er in der WELT-Sendung „Stimme am Morgen“ am Montag. „Ich gehe davon aus, dass diese Entscheidung jetzt auch von allen akzeptiert wird.“ Deutschland brauche dringend eine liberale Partei.Die FDP sei in den entscheidenden Fragen überhaupt nicht gespalten. „Wir wollen marktwirtschaftliche Reformen für unser Land. Wir wollen die Bürgerrechte stärken. Wir wollen, dass die mündigen Bürger in Deutschland nicht mehr das Gefühl haben, dass der Staat immer übergriffiger wird, auch in ihr Privatleben eingreift“, betonte Hagen. Als Generalsekretär wolle er die FDP zur „liberalen Avantgarde“ machen und auch in Äußerungen „zuspitzen“. Den Streit um den richtigen Umgang mit der AfD interpretiert Hagen als „Kampf um Begriffe“, nicht als Kampf in der Sache. „Es gibt in der FDP einen Konsens, dass für uns eine Zusammenarbeit oder gar eine Koalition mit der AfD nicht in Frage kommt. Es ist eine völkische Partei – in der sitzen Menschen, die Deutschen absprechen, Teil unserer Gesellschaft, Teil unseres Landes zu sein, weil sie nicht deutscher Abstammung sind.“Hagen betonte: „Eine FDP wird immer nach ihren Überzeugungen abstimmen.“ Die Partei habe es überhaupt nicht nötig, „sich durch Brandmauern von der AfD oder anderen Parteien abzugrenzen“. Die Partei wolle sich durch ihre Überzeugungen definieren, nicht durch Nähe oder Distanz zu anderen.Zuspruch aus der AfDFür seine Pläne zur inhaltlichen Neupositionierung bekam Kubicki indes Lob von der AfD. „Wolfgang Kubicki erkennt die Probleme der Zeit – dafür muss man ihn loben“, sagte AfD-Parlamentsgeschäftsführer Bernd Baumann der Nachrichtenagentur AFP. „Aber er ist in der falschen Partei“, fügte Baumann hinzu. Die FDP werde keine Wähler von der AfD abwerben können.Kubicki hatte die FDP auf dem Wahlparteitag aufgerufen, auch heiße politische Eisen anzupacken und damit den Wählern ein Angebot zu machen. Scharf kritisierte er Missstände in der Migrationspolitik. Zudem dürfe die FDP die Angst vor Wohlstandsverlust, die Kritik an der Klimapolitik und an einer Einengung der Meinungsfreiheit nicht der AfD überlassen, sagte Kubicki auf dem Parteitag.AfD-Parlamentsgeschäftsführer Baumann äußerte Zweifel daran, dass Kubickis FDP mit diesen Themen gegen die AfD punkten könne. „Das ist die Tragik des Wolfgang Kubicki“, sagte Baumann zu AFP. „Die FDP wird scheitern – und Kubicki ebenso.“Mehr von WELT in Google sehenGoogle zeigt zu vielen Themen passende Nachrichten an. Nutzer können nun festlegen, welche Quellen ihnen bevorzugt angezeigt werden:WELT als bevorzugtes Medium festlegenmit dpa/AFP/rct
Kubicki vs. Strack-Zimmermann: „Nicht, dass du dir versehentlich weh tust“ – FDP-Politikerin postet Hammer-Foto - WELT
Bei der FDP geht der Streit nach der Wahl von Wolfgang Kubicki direkt weiter: Marie-Agnes Strack-Zimmermann teilt gegen den neuen Parteichef aus. Der neue FDP-Generalsekretär Hagen stärkt Kubicki den Rücken.












