PfadnavigationHomePolitikAuslandArtikeltyp:LivetickerMigrantenansturmBehörden melden neun Tote – Unruhen in spanischen Exklaven Ceuta und MelillaStand: 07:14 UhrNach einem Ansturm Tausender Migranten auf die spanische Nordafrika-Enklave Ceuta hat die ‌Regierung in Madrid zur Unterstützung der örtlichen Polizei das Militär geschickt.Die Lage in der spanischen Exklave Ceuta ist nach dem Migrantenansturm angespannt. Auch in weiteren Orten Nordafrikas kommt es zu chaotischen Szenen. Die italienische Ministerpräsidentin Meloni stellt den Schengen-Raum mit Spanien infrage. Alle Entwicklungen im Liveticker.Der Ansturm Tausender Migranten auf die spanische Exklave Ceuta hat die Debatte um den Umgang mit illegaler Migration nach Europa wieder entfacht. Erste Politiker warnen bereits vor einer Weiterreise der Migranten in andere europäische Länder, sollten sie auf das spanische Festland gebracht werden. Auch in der spanischen Exklave Melilla und in der marokkanischen Stadt Fnidek kommt es zu Zusammenstößen zwischen Migranten und Sicherheitskräften.Alle Entwicklungen und Reaktionen zur Lage in Ceuta im Liveticker07:05 Uhr – Freitag, 31. JuliMeloni stellt Schengen-Raum mit Spanien in FrageIst der Kontrollverlust der spanischen Regierung in Ceuta das Aus für Schengen? Das deutet Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in einem Beitrag auf X an. Die Politikerin kündigte drastische Maßnamen an, um Italiens Grenzen zu schützen. „Italien wird nicht tatenlos zusehen. Wir rufen die zuständigen Gremien zusammen, und als Ergebnis dieser Sitzungen sind wir bereit, auch mit außergewöhnlichen Mitteln einzugreifen, um die Grenzen und die Sicherheit der Bürger zu schützen, wie etwa die Aussetzung des Schengen-Raums mit Spanien.“ Italien werde im Kampf gegen illegale Einwanderung „keinen Milimeter“ zurückweichen.06:55 Uhr – Freitag, 31. JuliUnruhen in Melilla – Zusammenstöße in marokkanischer StadtDie Unruhen greifen laut den Behörden auch auf die zweite spanische Enklave Melilla über. Am Grenzübergang Beni Ansar kam es zu Zusammenstößen mit Migranten. Nach Angaben der marokkanischen Vereinigung für Menschenrechte wurden dort mindestens drei Fahrzeuge in Brand gesetzt, zudem gab es Verletzte unter Migranten und Sicherheitskräften.Marokkanische Behörden setzten in der Grenzstadt Fnidek Wasserwerfer ein, um weitere Übertritte zu verhindern.06:54 Uhr – Freitag, 31. JuliSpanien meldet neun ToteBei dem Versuch, die Grenze zu überqueren, sind am Donnerstag spanischen Behörden zufolge offenbar neun Menschen ums Leben gekommen. Dem staatlichen Fernsehsender TVE zufolge gelangten zwischen 2000 und 3000 Menschen in die Enklave.06:51 Uhr – Freitag, 31. JuliMigrationsforscher kritisiert FalschinformationMigrationsforscher Gerald Knaus weist darauf hin, dass die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla ein Sonderregime mit doppelter Außengrenzkontrolle haben: „einmal bei der Einreise aus Marokko, einmal bei der Weiterreise auf das spanische Festland“. Wer über den Zaun von Ceuta klettere, habe nicht schon europäische Reisefreiheit. Knaus kritisiert die AfD Brandenburg, Falschinformationen zu verbreiten.01:44 Uhr – Freitag, 31. JuliHunderte strömen in marokkanische Stadt nahe CeutaNach Gerüchten über die Öffnung der Grenze zu der spanischen Exklave Ceuta sind einem Journalisten der Nachrichtenagentur AFP zufolge Hunderte Menschen in die benachbarte marokkanische Stadt Fnidek geströmt. Fahrzeuge voller junger Menschen drängten sich auf der Straße, etwa 15 Kilometer von Fnidek entfernt, wie ein AFP-Journalist beobachtete. Andere waren demnach in Gruppen zu Fuß unterwegs. Mehrere Menschen gaben gegenüber AFP Ceuta als Ziel an. Ein junger Mann mit Rucksack sagte, er sei zu Fuß aus dem 70 Kilometer entfernten Tanger angereist, nachdem er gehört habe, „dass die Grenze am Grenzübergang Bab Sebta geöffnet worden“ sei. Sicherheitskräfte stehen Wache, während Menschen versuchen, von der nordmarokkanischen Stadt Fnidek in die spanische Enklave Ceuta zu gelangenQuelle: Uncredited/AP/dpa00:44 Uhr – Freitag, 31. JuliBrunner zu Ceuta: EU bereit, Spanien zu unterstützenDie EU hat angesichts des Andrangs von Migranten in der Exklave Ceuta Spanien Unterstützung angeboten. Migrationskommissar Magnus Brunner habe „die Bereitschaft der EU zum Ausdruck gebracht, Spanien – unter anderem über Frontex – verstärkt zu unterstützen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen“, teilte er auf der Plattform X mit.Man stehe zudem in Kontakt mit den marokkanischen Behörden, „um sicherzustellen, dass alle notwendigen Anstrengungen unternommen werden, um diese gefährlichen Reisen zu verhindern“, schrieb Brunner weiter. Der Schutz der EU-Außengrenzen sei „ein wesentlicher Bestandteil unserer Bemühungen zur Bekämpfung der illegalen Migration“.Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres und MigrationQuelle: Michael Brandt/dpa-ENR-Pool/dpa21:56 Uhr – Donnerstag, 30. JuliMaaßen fordert notfalls GrenzschließungenEx-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen fordert Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in einem Beitrag auf X auf, die Grenzkontrollen zu Frankreich und den Benelux-Staaten zu verstärken, um auf eine Weiterreise der Migranten vorbereitet zu sein. Auch sollte der Minister dem spanischen Premierminister Pedro Sánchez die Unterstützung der Bundespolizei anbieten.21:40 Uhr – Donnerstag, 30. JuliWeidel warnt vor Weiterreise der Migranten nach DeutschlandDas Ziel der Migranten „dürfte mutmaßlich Deutschland sein“, prognostizierte die AfD-Bundessprecherin Alice Weidel. „Grenzen müssen jetzt geschlossen und Abweisungen rigoros durchgesetzt werden.“ Ihr früherer Parteikollege Georg Pazderski sprach von beängstigenden Bildern. „Der Kommunist Sanchez öffnet ihnen Tür und Tor nach Europa.“ 21:30 Uhr – Donnerstag, 30. JuliCDU-Abgeordneter mahnt Umsetzung des EU-Migrationspakts anAls einer der ersten CDU-Politiker reagierte der Bundestagsabgeordnete Johannes Volkmann am Nachmittag auf die Lage in Ceuta. Er machte den sozialistischen Parteien in Europa den Vorwurf, die Außengrenzen nicht ausreichend zu schützen und den EU-Migrationspakt nicht umzusetzen. „Die Verweigerung der europäischen Sozialisten unsere Außengrenzen zu schützen bedroht ganz Europa“, schrieb er auf X.20:54 Uhr – Donnerstag, 30. JuliRegierung entsendet Soldaten und PolizistenDie Regierung in Madrid schickt die Armee nach Ceuta: Bis Freitag sollen drei Züge mit je 20 Soldaten, eine Tauchereinheit und ein ⁠Militärschiff verlegt werden, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. Zudem soll die Spezialeinheit der Polizei auf 200 Beamte aufgestockt werden.Die spanische Armee in CeutaQuelle: Antonio Sempere/AP/dpa20:00 Uhr – Donnerstag, 30. JuliAufnahmeeinrichtungen in Ceuta überfülltNach der Ankunft von mehr als 1500 Migranten binnen weniger Tage sind die Aufnahmeeinrichtungen in Ceuta überfüllt, wie Regionalpräsident Juan Jesús Vivas erklärte. Hunderte weitere Menschen gelangten am Donnerstag nach Ceuta, mindestens neun Menschen ertranken bei dem Versuch, bis zu der spanischen Exklave zu schwimmen. Dem staatlichen Fernsehsender TVE zufolge gelangten sogar zwischen 2000 und 3000 Menschen in die Enklave. Die Polizei sprach von einem massiven ⁠Zustrom, nannte aber ​zunächst keine genauen Zahlen.sebe