Zahl der Todesopfer steigt auf 34Mindestens 34 Migranten sind beim Versuch, aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen, ums Leben gekommen. Das sagte Regionalpräsident Juan Jesús Vivas laut übereinstimmenden spanischen Medienberichten. Kurz zuvor hatten die Behörden noch erklärt, es seien 28 Personen im Meer ums Leben gekommen.25 000 Migranten sind offenbar wieder nach Marokko zurückgekehrtLaut Angaben des spanischen Innenministeriums sind heute schätzungsweise mehr als 25 000 Migranten freiwillig wieder aus der spanischen Enklave Ceuta nach Marokko zurückgekehrt. Das entspricht etwa der Hälfte der von der spanischen Behörde publizierten Anzahl Migranten, die seit gestern die Grenze überquert haben.Friedrich Merz drängt auf Schutz der EU-AussengrenzeWegen des Ansturms zehntausender Migranten auf die Exklave Ceuta hat der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz die spanische Regierung aufgerufen, die Situation so rasch wie möglich wieder unter Kontrolle zu bringen.«Der Schutz der Aussengrenzen der Europäischen Union ist entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration», betont Merz. «Von Marokko erwarten wir, dass es die illegal eingereisten Migranten unverzüglich wieder zurücknimmt.»Zahl der Toten steigt auf 28Nach Angaben der Regierung, über die der staatliche Rundfunksender Radio Nacional berichtet, sind in den vergangenen Tagen fast 50 000 Migranten von Marokko aus irregulär in die Exklave gelangt. Die meisten von ihnen sind laut den Medien zwischen Mittwoch und Donnerstag überwiegend schwimmend eingetroffen. Viele seien aber auch über die Grenzzäune geklettert. Auch Frauen und Kinder gelangten nach Ceuta.Marcos Moreno / ImagoUnter den Ankömmlingen seien viele Frauen, Minderjährige und Kinder. Mindestens 28 Personen sind nach jüngsten amtlichen Angaben im Meer ums Leben gekommen.Sánchez: Migrantenandrang stellt «Verletzung der territorialen Integrität Spaniens» darSpaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den Andrang zehntausender Migranten auf die Nordafrika-Exklave Ceuta als «Angriff» und «Verletzung der territorialen Integrität Spaniens» bezeichnet. Bei einem Besuch im Gebiet an der Meerenge von Gibraltar sagt er den Bewohnern Ceutas die Unterstützung des ganzen Landes zu.Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez ist am Freitag nach Ceuta gereist.Fabian Bimmer / ReutersDie spanische Regierung setzt in Ceuta erstmals seit dem Massenzustrom von Mai 2021 wieder die Armee zur Unterstützung der Grenzsicherung ein. Sánchez kündigt nun weitere Massnahmen zur Sicherung der Grenze an.Laut Sánchez sollen am Grenzdamm zwischen der Küste Marokkos und dem Strand von Tarajal in Ceuta Schwimmbojen installiert werden, um eine «physische Sperre» zu schaffen. Zudem sollen Verfahren beschleunigt werden, um die Rückführung irregulär eingereister Migranten zu erleichtern. Ceutas Regierungschef spricht von 60 000 MigrantenLaut Schätzungen sind in den vergangenen Tagen rund 60 000 Migranten in Ceuta eingereist, sagt der Regionalpräsident der Exklave Juan Jesús Vivas. Die Anzahl eingereister Migranten wäre somit mehr als halb so hoch wie die Einwohnerzahl von Ceuta (83 000).Das spanische Innenministerium schätzte die Anzahl seit Donnerstag eingereister Migranten zuvor auf 49 000.Ursula von der Leyen: «Die Bilder aus Ceuta sind inakzeptabel»Ursula von der Leyen: «Die Bilder aus Ceuta sind inakzeptabel.» Die EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen hat sich auf X wie folgt geäussert: «Die Bilder aus Ceuta sind inakzeptabel. Wir können nicht zulassen, dass jemand in unsere Union kommt, ohne sich an unsere Regeln zu halten.» Gefährliche Überfahrten müssten gestoppt, Schleusernetzwerke zerschlagen und Rückführungen zügig erfolgen, hat sie geschrieben.Von der Leyen habe nach eigener Aussage zwei EU-Funktionäre damit beauftragt, bei der Bewältigung der Krise mitzuwirken: Dubravka Suica, EU-Kommissarin für das Mittelmeer, sowie Magnus Brunner, EU-Kommissar für Migration.Frankreich verstärkt GrenzkontrollenFrankreich verschärft seine Kontrollen an der Grenze zu Spanien. Angesichts der Lage in Ceuta habe er bereits am Donnerstagabend Anweisungen erteilt, die Kontrollen an der spanischen Grenze unverzüglich zu verstärken, teilt Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez mit.Ausserdem werde die schnelle Eingreiftruppe der Grenzschutzbehörde für Kontrollen auch im Hinterland eingesetzt. Die bisher an der Grenze zu Italien zur Kontrolle der Migration eingesetzte Einheit besteht aus Kräften der Polizei, Gendarmerie, des Zolls sowie aus Soldaten der Anti-Terror-Gruppe Sentinelle.Finnische Innenministerin fordert Ausschluss Spaniens aus SchengenraumFinnlands Innenministerin Mari Rantanen fordert auf der Plattform X: Alle europäischen Länder sollen den Vorschlag der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni unterstützen, Spanien aus dem Schengenraum auszuschliessen. «Länder, die ihrer Verpflichtung zum Schutz der Aussengrenze nicht nachkommen, können nicht Mitglieder des Schengenraums sein», schreibt Rantanen auf X.49 000 Migranten angekommenDas spanische Innenministerium teilt mit, dass seit dem Vortag etwa 49 000 Migranten über das Land und das Meer in Ceuta angekommen seien.