Erstmals in ihrer Geschichte als börsenkotierte Firma fällt die Swisscom aus dem Leitindex SMIDer Telekomkonzern spielt an der Börse nicht mehr in der ersten Liga. Dabei macht das Unternehmen unter der Leitung von Christoph Aeschlimann alles richtig.12.07.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenChristoph Aeschlimann, seit 2022 CEO der Swisscom.Christian Beutler / KeystoneAm 21. September geht eine Erfolgsgeschichte zu Ende: Dann wird die Swisscom in die zweite Liga relegiert. Das hat die Börsenbetreiberin SIX diese Woche beschieden. Dies, nachdem die Swisscom-Aktie seit 1998 ununterbrochen Teil des Schweizer Leitindexes SMI war.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das ist zweifellos ein Imageverlust für Christoph Aeschlimann, für den er aber nichts kann. Mit Sandoz und Galderma steigen nämlich zwei Firmen aus der wachstumsträchtigen Gesundheitsbranche in den SMI auf. Das Telekomgeschäft schrumpft dagegen seit Jahren. Denn das grosse Geld verdienen nun einmal nicht jene, die Glasfaser- oder Handynetze betreiben, sondern Techfirmen, welche diese Infrastruktur nutzen.Für die Entscheidung, welche Aktien einen Platz im Leitindex bekommen, spielt neben dem Börsenwert auch der sogenannte Free Float eine wichtige Rolle. Dabei handelt es sich um den frei verfügbaren Aktienanteil. Da der Bund eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an der Swisscom hält, ist dieser Free Float bei der Swisscom beschränkt. Über einen Platz an der Sonne entscheidet also auch die Liquidität der Aktien – und auf die hat Aeschlimann keinerlei Einfluss.Der andere Hauptfaktor, der Börsenwert, ist bei der Swisscom dagegen seit Jahren stabil. Die Swisscom bringt 32 Milliarden Franken auf die Waage. Das ist ein erstaunlich hoher Wert, wenn man bedenkt, dass die Firma jedes Jahr über eine Milliarde Franken Dividenden ausschüttet. Jüngst hat die Swisscom die Dividende sogar erstmals seit 2010 angehoben.Der Abstieg der Swisscom in den sogenannten SMIM-Index, wie die B-Liga der Schweizer Börse heisst, ist sogar etwas paradox. Denn ihre Aktien sind bei Investoren besonders beliebt: Das sieht man an der deutlich höheren Bewertung der Swisscom-Aktien im Vergleich zu allen anderen Telekomfirmen Europas wie der Deutschen Telekom, Orange oder Vodafone. Die Swisscom liegt an der Spitze.Als Schweizer Unternehmen kommt der Telekomkonzern zwar automatisch in den Genuss einer etwas höheren Bewertung. Doch ein Grossteil der Prämie, die Investoren für die Swisscom-Aktien bezahlen, ist auf Strategie und operative Leistung zurückzuführen.So zahlt es sich für die Swisscom aus, dass sie schon früh ins IT- und Cloud-Geschäft für Firmenkunden expandierte. Sie bietet Unternehmen namentlich auch Cybersecurity- und KI-Lösungen an. Das IT-Geschäft wächst im Gegensatz zum schrumpfenden Kerngeschäft noch immer.Auch das erhebliche Risiko, das die Swisscom mit der Expansion nach Italien und jüngst mit der Übernahme von Vodafone Italia einging, scheint sich auszuzahlen.Hätte die Swisscom nichts getan, wäre sie langfristig auf dem schrumpfenden Schweizer Markt gefangen gewesen. Der Schritt war unternehmerisch wohl richtig, um Relevanz und Grösse zu sichern.Den abschliessenden Beweis, dass sich das Italien-Abenteuer gelohnt hat, muss Aeschlimann allerdings noch erbringen. Für 2027 hat er den Aktionären jährliche Synergien von 600 Millionen Euro versprochen. Und die Investoren werden genau hinschauen.Was in Italien geschieht, ist für sie ungleich relevanter als die Frage, ob die Swisscom an der Schweizer Börse in der ersten oder der zweiten Liga spielt.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
Erstmals nicht im SMI: Die Swisscom wechselt in die zweite Börsenliga
Der Telekomkonzern spielt an der Börse nicht mehr in der ersten Liga. Dabei macht das Unternehmen unter der Leitung von Christoph Aeschlimann alles richtig.









