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Raus aus der EhrfurchtstarreHat sich etwas verändert? Ja, hat es. Die Frage ist nur, wie spürbar es sein wird, auf dem Nato-Gipfel in Ankara, der heute beginnt und auf dem auch US-Präsident Donald Trump erwartet wird.Noch im vergangenen Jahr sind die europäischen Staats- und Regierungschefs dem US-Präsidenten meist mit ängstlicher Ehrfurcht begegnet, wenn es zu persönlichen Treffen kam. Sie hatten Trump vorauseilend besänftigen wollen, damit er keinesfalls seine Drohungen wahrmacht, aus der Nato auszutreten.

Flaggen vor dem Eingang des Nato-Hauptquartiers in Brüssel: Das europäisierte Bündnis

Als Trump dann aber Anfang dieses Jahres ernsthafte Ansprüche auf Grönland geltend machte, wurde es den Europäern zu viel. Sie gaben sich selbstbewusst und schickten das klare Signal: »Grönland kriegste nicht.« (Mehr dazu hier .) Und? Trump trollte sich, das Thema Grönland schnitt er kaum wieder an.Nun, vor dem Gipfel, kommt das Thema wieder auf. Ohnehin ist Trump nicht gut auf die Europäer zu sprechen. Sie hätten ihm zu wenig geholfen bei seinem Krieg in Iran, so klagt er.Werden die Europäer also in Ankara wieder zurückfallen in ihre Ehrfurchtstarre?Dafür gibt es eigentlich keinen Grund. Inzwischen kommen sie ja Trumps Forderung nach, sich mehr um die eigene Verteidigung zu bemühen. Trump will das zwar gerade nicht wertschätzen, aber die Europäer kennen ja ihre Ausgaben. Vor allem aber haben sie beim Grönlandstreit die Erfahrung gemacht, dass der US-Präsident umzustimmen ist, wenn er auf Widerstand stößt. Auf dieser Erfahrung können sie aufbauen.