PfadnavigationHomePolitikAuslandVor dem Gipfel„Du kannst niemals den Trump-Faktor ausschalten“ – Die Nato setzt auf einen historischen SchrittStand: 12:21 UhrLesedauer: 5 MinutenWer ersetzt die US-Soldaten, die Trump aus Deutschland abziehen willQuelle: Frank May/dpaVor dem Nato-Gipfel in Ankara fürchten europäische Diplomaten die Launen des US-Präsidenten. Damit die unabhängiger von den USA wird, sind bereits konkete Schritte geplant. Vor allem auf Deutschland kommt eine Menge zu.Einen Gewinner hat der Nato-Gipfel, der Mitte der kommenden Woche in der Türkei stattfinden wird, schon jetzt: Präsident Recep Tayyip Erdogan. Die Staats- und Regierungschefs aus 32 Nato-Mitgliedstaaten werden Erdogan im Präsidentenpalast von Ankara ihre Aufwartung machen, um zwei Tage lang über die Zukunft des größten Verteidigungsbündnisses der Welt zu beraten.Im Vorfeld ließ Erdogan laut Medienberichten mindestens 225 Personen verhaften. Es handelt sich um Umweltschützer, Journalisten und Menschenrechtler, die unter Terrorverdacht stehen. Die Nato schweigt dazu. Auch die Versuche Erdogans, unter Umgehung des Rechtsstaats seinen wichtigsten politischen Gegner, die sozialdemokratisch-kemalistische Oppositionspartei CHP, auszuschalten, spielen bei diesem Gipfeltreffen keine Rolle. Stattdessen bekommt Erdogan die Fernsehbilder, die ihn als Gastgeber für die wichtigsten Führer der freien Welt zeigen. Mehr internationale Anerkennung für einen Autokraten geht nicht.Zudem wäre US-Präsident Donald Trump, um den sich bei diesem Nato-Gipfel alles drehen wird, möglicherweise gar nicht zum Treffen erschienen. Sein Zorn über die aus seiner Sicht fehlende Unterstützung der Nato-Partner beim Krieg der USA gegen den Iran hält weiter an. „Sie waren nicht für uns da!!!“ schrieb Trump erst am Freitag. Kurz zuvor hatte er erklärt: „Ich werde aus Respekt vor Präsident Erdogan nach Ankara reisen.“ Das war erneut ein Punktsieg für den türkischen Präsidenten, der neben Nato-Chef Mark Rutte wahrscheinlich der einzige Politiker in der Allianz ist, für den Trump Sympathien hegt und Respekt empfindet.Lesen Sie auchDas ist ein Problem. Bei Gesprächen von WELT AM SONNTAG mit zahlreichen Diplomaten in den vergangenen Wochen wurde deutlich: Die Nato zittert vor Trump. Niemand ist sicher, ob der US-Präsident nicht schon wieder, wie beim Nato-Gipfel an Christi Himmelfahrt im Jahr 2017 in Brüssel, einen Wutausbruch inszeniert. Damals warf er den Verbündeten vor, ihre finanziellen Verpflichtungen nicht zu erfüllen. Er könnte auch säumige Beitragszahler wie den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez vorführen.Lesen Sie auch „Du kannst niemals den Trump-Faktor ausschalten. Wenn er mit dem falschen Fuß aufsteht, dann war es das“, sagte ein Spitzendiplomat. „Wir betteln darum, dass alles gut läuft. Trump kann sehr persönlich werden. Das Wichtigste ist die Atmosphäre dieses Gipfels und dass wir Einigkeit zeigen“, sagte ein weiterer Nato-Diplomat. Einigkeit untereinander, Einigkeit gegenüber dem russischen Machthaber Wladimir Putin, der seit Februar 2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt – das soll das wichtigste Signal sein, das der Ankara-Gipfel in die Welt sendet. Aber wird das klappen? Unklar.In der vergangenen Woche reiste Nato-Chef Rutte darum ins Weiße Haus. Er hatte nur ein Ziel: Trumps Zorn auf die Alliierten abzukühlen und ihn milde zu stimmen für Ankara. Rutte weiß, dass Trump anfällig für Schmeicheleien ist. Also schmeichelte er dem Republikaner. Er lobte seine Führungsstärke und zeigte Trump vor der Weltpresse eine Tafel mit roten Balken, die die gestiegenen Investitionen der europäischen Partner und Kanadas für Verteidigung zeigten, seitdem Trump US-Präsident ist. Über den Balken prangte in goldener Schrift: „Die Trump-Billion“.
Vor dem Gipfel: „Du kannst niemals den Trump-Faktor ausschalten“ – Die Nato setzt auf einen historischen Schritt - WELT
Vor dem Nato-Gipfel in Ankara fürchten europäische Diplomaten die Launen des US-Präsidenten. Damit die unabhängiger von den USA wird, sind bereits konkete Schritte geplant. Vor allem auf Deutschland kommt eine Menge zu.












