PfadnavigationHomePolitikAuslandVor Gipfel in AnkaraTrump greift Deutschland für Nato-Ausgaben an – „Brauchen uns nicht zu verstecken“, kontert MerzStand: 17:05 UhrLesedauer: 3 MinutenKurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara teilte US-Präsident Donald Trump erneut gegen Deutschland aus. Er bezeichnete die deutschen Beiträge für das Verteidigungsbündnis in einem Post auf der Plattform Truth Social als „lächerlich“.Wenige Tage vor dem Nato-Gipfel greift Donald Trump Deutschland scharf an. Die Verteidigungsausgaben der Bundesrepublik nennt er „lächerlich“. Nun kontert der Kanzler.Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die scharfe Kritik von US-Präsident Donald Trump an den deutschen Beiträgen für die Nato zurückgewiesen. Deutschland verdoppele gerade seinen Verteidigungsetat innerhalb von vier Jahren, sagte der CDU-Vorsitzende nach einem Treffen mit den baltischen Staats- und Regierungschefs in Berlin. „Das ist die größte Kraftanstrengung, die wir jemals gemacht haben, um unsere Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Insofern brauchen wir uns hier vor niemandem zu verstecken.“Das werde er beim Gipfel in Ankara am 7. und 8. Juli „auch in aller Bescheidenheit zum Ausdruck bringen“, betonte Merz. Die Europäer im transatlantischen Bündnis seien entschlossen, ihren Beitrag zur Verteidigung der Nato zu leisten. „Und das sollte jeder anerkennen, der sich mit diesen Zahlen auch beschäftigt.“ Kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara hatte Trump am Donnerstag die deutschen Verteidigungsausgaben auf der Plattform Truth Social als „lächerlich“ bezeichnet. Er kritisierte auch andere Nato-Verbündete wie Großbritannien und Italien. Dem US-Präsidenten ist es schon länger ein Dorn im Auge, dass die USA in absoluten Zahlen die mit Abstand höchsten Verteidigungsausgaben im Bündnis leisten. Die Kluft wird aber kleiner. Lesen Sie auchZu Deutschland machte er keine konkreten Angaben, schrieb aber, dass dessen Beiträge angeblich deutlich niedriger seien. Wie Trump zu dieser Annahme kommt, blieb unklar. Denn wie aus dem Nato-Jahresbericht hervorgeht, lag Deutschland 2025 bei den Verteidigungsausgaben an Position zwei. Deutschland steigerte seine Ausgaben nach den inflationsbereinigten Vergleichszahlen gegenüber 2024 um mehr als 20 Prozent auf 88,8 Milliarden Euro.Insgesamt erhöhten Deutschland und die anderen Nato-Partner der USA ihre Verteidigungsausgaben 2025 um eine Rekordsumme. Die Ausgaben der europäischen Alliierten und Kanadas stiegen um 19,6 Prozent auf 574 Milliarden US-Dollar. In Deutschland sollen die Ausgaben bis 2029 auf 3,5 Prozent des BIP anwachsenUnter dem Eindruck von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und auf Drängen Trumps hatte die Nato im vergangenen Jahr beim Nato-Gipfel in Den Haag vereinbart, künftig mindestens einen Betrag in Höhe von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung zu investieren. Hinzukommen sollen dann noch einmal 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Ausgaben, etwa Infrastruktur. Lesen Sie auchInsgesamt sollen so spätestens ab 2035 jährlich 5 Prozent des BIP in Verteidigung und Sicherheit investiert werden – so viel wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. In Deutschland sollen die Verteidigungsausgaben bis 2029 auf 3,5 Prozent des BIP anwachsen.Trump schrieb in seinem Post, dass die Vereinigten Staaten mit Abstand mehr Geld für die Nato ausgäben als jedes andere Land, um das Bündnis zu schützen, „ohne selbst einen Nutzen daraus zu ziehen“. Ohnehin war der US-Präsident zuletzt schlecht auf europäische Nato-Länder inklusive Deutschland zu sprechen, weil er Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus im Iran-Krieg angefordert hatte, die aber ausgeblieben war. Trump hatte Verbündete als „Feiglinge“ bezeichnet.dpa/jho/coh
Vor Gipfel in Ankara: Trump greift Deutschland für Nato-Ausgaben an – „Brauchen uns nicht zu verstecken“, kontert Merz - WELT
Wenige Tage vor dem Nato-Gipfel greift Donald Trump Deutschland scharf an. Die Verteidigungsausgaben der Bundesrepublik nennt er „lächerlich“. Nun kontert der Kanzler.









