PfadnavigationHomeSportFußballWMKlartextGrundsatzrede – Hitzlsperger spricht Nagelsmann quasi die Eignung als Bundestrainer abStand: 19:21 UhrLesedauer: 3 MinutenNach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft übt Henning Feindt, Sport-Chefredakteur der „Bild“- und WELT-Gruppe, scharfe Kritik an Bundestrainer Nagelsmann. Er sieht den Coach in der Hauptverantwortung und hält Jürgen Klopp für den einzig geeigneten Nachfolger.Deutschland blamiert sich bei der WM, und Julian Nagelsmann zeigt sich wenig demütig. ARD-Experte Thomas Hitzlsperger hält ihn für keinen geeigneten Bundestrainer ab – und zwar nicht aus fachlichen Gründen.Das peinliche WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay wirkt nach. Trotz der blamablen Vorstellung gegen den krassen Außenseiter zeigte Bundestrainer Julian Nagelsmann sich nach dem Spiel nicht demütig. Er vermied es, wie etwa sein Stürmer Kai Havertz, sich für die Nichtleistung zu entschuldigen. Auf die Frage, ob er denn im Amt bleiben wolle oder an einen Rücktritt denke, reagierte er patzig. „Ich stehe bereit, wenn man das möchte. Wenn man das nicht möchte, dann muss man mir das sagen. Ich möchte weitermachen. Im Fußball hat man nicht alles selber in der Hand. Wenn der DFB es möchte, bereite ich das Team auf die EM und die Nations League vor. Wenn nicht, dann sollen sie es mir sagen“, sagte Nagelsmann. Es ist genau dieses Auftreten, an dem sich viele Fans und Experten stören. So auch Thomas Hitzlsperger. Der ehemalige Nationalspieler holte in der ARD zur Grundsatzrede aus. „Es ist unbestritten, dass Julian Nagelsmann ein Fachmann ist und sein Handwerk als Trainer versteht. Mir fallen aber viele Sachen ein, die er hätte besser machen können. Dieses Amt heißt auch, Souveränität auszustrahlen. Das hat er nicht“, sagte Hitzlsperger. „Nagelsmann war da, ohne etwas zu sagen“Der 44-Jährige sprach Nagelsmann indirekt die Eignung als Bundestrainer ab, nicht wegen seiner fachlichen Kompetenz, sondern wegen des Umgangs mit den Spielern, Medien und Fans. „Er hat vor der WM viele Baustellen aufgemacht, die unnötig waren. Als Erstes fällt mir der Umgang mit Deniz Undav ein. Da wirkt er fast schon eitel. Da hast du den besten deutschen Stürmer in der Bundesliga, der immer wieder trifft. Dann sagt er, dass er aber nicht getroffen hätte, wenn er von Beginn an gespielt hat. Das ist unnötig“, sagte Hitzlsperger. Dann habe Nagelsmann ein ewig langes Interview im „Kicker“ gegeben, um Dinge schon im März vorzubereiten und anzukündigen: „Die er dann aber nicht alle umsetzt. Dann sitzt er im Sportstudio und jeder denkt, dass er eigentlich gar nicht da sein will. Er war da, ohne etwas zu sagen.“Hitzlsperger erinnerte noch an die unglückliche Nominierung Manuel Neuers, bei der Nagelsmann eine schlechte Figur abgegeben hatte. „Meine Schlussfolgerung ist, dass er ein toller Trainer ist, aber als Bundestrainer wenig Lebenserfahrung hat. Er ist noch nicht groß herumgekommen. Er war in Deutschland Trainer. In der Jugend, dann Hoffenheim, Leipzig und bei den Bayern. Dann als nächsten Schritt Bundestrainer werden – da ist mein Eindruck, dass er da noch Nachholbedarf hat.“Hitzlsperger stört sich an Nagelsmanns TonfallHitzlsperger stieß vor allem Nagelsmanns Verhalten direkt nach der Niederlage auf. Zum dritten Mal in Folge ist Deutschland beim WM-Achtelfinale wieder nur Zuschauer, und der Bundestrainer zeigte keine Demut. „Cheftrainer der Nationalmannschaft zu sein, beinhaltet mehr als taktische Entscheidungen zu treffen. Das ist nun auch mal Teil des Jobprofils. Ich wünsche ihm, dass er auch reflektiert genug ist, um zu sagen, da und da habe ich einen Fehler gemacht. Er wirkt mir auch im Misserfolgsfall immer noch sehr selbstbewusst“, sagte Hitzlsperger.Lesen Sie auchSogar nach dem WM-Aus habe es Aussagen gegeben, die nicht den Anschein erwecken, als hätte er verstanden, was da gerade passiert ist: „Er sagt, er hat einen Vertrag und ist bereit, weiterzumachen. Das war zu forsch im Ton. Es ist nicht immer das, was er sagt, sondern wie er es sagt. Die Zwischentöne sind oft lauter als er denken mag. Das ist oft sehr gefährlich. Das ist auch früher schon passiert.“
WM 2026: Grundsatzrede – Hitzlsperger spricht Nagelsmann die Eignung als Bundestrainer ab - WELT
Deutschland blamiert sich bei der WM, und Julian Nagelsmann zeigt sich wenig demütig. ARD-Experte Thomas Hitzlsperger hält ihn für keinen geeigneten Bundestrainer ab – und zwar nicht aus fachlichen Gründen.
















