AnalyseSechs neue Unternehmen, darunter Stadler Rail, die neu an der SIX kotierte DSM-Firmenich und – mit Ansage – Partners Group, stehen im Fokus der Leerverkäufer. Diese wetten darauf, dass ihre Kurse sinken werden.Neuer Monat, neue Wetten. Die Short-Seller nehmen im Juni sechs neue Schweizer Unternehmen ins Visier: Kuros, R&S, Stadler Rail sowie mit Ankündigung Partners Group. Zurück in den Top Ten ist zudem Siegfried und erstmalig DSM-Firmenich, deren Aktien neu an der Schweizer Börse SIX kotiert sind. Unverändert ist der Spitzenreiter: DocMorris.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Nicht mehr im Fokus der Leerverkäufer sind VAT, Comet, Orior, SoftwareOne, Leonteq und Adecco.Short-Seller leihen sich Aktien, verkaufen sie am Markt und hoffen, sich später günstiger mit den Titeln eindecken zu können, um sie dem Eigentümer zurückzugeben. Die Differenz aus dem Verkaufs- und dem Rückkaufkurs ist ihr Gewinn.DocMorrisShort-Quote: 22,6% | Monatsveränderung: –13,9%DocMorris hält weiter den Spitzenplatz der am stärksten leerverkauften Schweizer Aktien. Die Short-Quote verringerte sich im Zug eines steigenden Kurses jedoch deutlich auf 22,6%.Auch operativ gibt es nach langer Zeit Hoffnungszeichen für die Online-Apotheke: So weisen die Zahlen für das erste Quartal darauf hin, dass die Gewinnschwelle vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) tatsächlich 2026 erreicht werden könnte. Dank dem verstärkten Einsatz von künstlicher Intelligenz sollen die Kosten zudem um jährlich 15 Mio. Fr. gesenkt werden. Seit dem Börsengang 2017 hat das Unternehmen jedes Jahr einen hohen Verlust verzeichnet.DocMorris hat allerdings auch Wandelanleihen ausstehend. Damit gibt es ausser der Spekulation auf einen sinkenden Kurs auch einen technischen Grund, Leerverkaufspositionen in den Aktien einzugehen: Wandelanleihen enthalten neben dem Zinscoupon eine Aktienkomponente. Investoren, die diese angesichts der starken Kursausschläge neutralisieren wollen, verkaufen die Aktien leer – ohne dabei aus Überzeugung auf einen sinkenden Kurs zu setzen.KurosShort-Quote: 16,4% | Monatsveränderung: +50,6%Sprunghaft gestiegen sind im Juni die Wetten gegen das Medtech-Unternehmen Kuros, dessen Kurs bereits seit Jahresbeginn bröckelt.Nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Jahre wetten die Short-Seller darauf, dass das Potenzial derzeit ausgeschöpft ist und Rückschläge wahrscheinlicher sind als weitere Erfolge in der kurzen Frist.Swatch GroupShort-Quote: 12,9% | Monatsveränderung: –12,1%Unruhe herrscht seit Jahren rund um Swatch Group. Der Uhren- und Schmuckhersteller enttäuscht operativ – der Gewinn brach 2025 um fast 90% auf noch 25 Mio. Fr. ein. Zudem lässt die Corporate Governance zu wünschen übrig. Obwohl der Pool der Familien Hayek und Ammann nur gut 25% des Kapitals kontrolliert, dominieren sie Verwaltungsrat und Management.Mit der Lancierung der Swatch x AP Royal Pop sind die Aktien im Mai zwar fast 20% vorgerückt – und haben den guten Lauf auch im Juni fortgesetzt. Die Short-Seller lassen jedoch nicht locker und nutzen das höhere Kursniveau, um weiter auf Rückschläge zu spekulieren.SiegfriedShort-Quote: 12% | Monatsveränderung: –4,9%Zurück unter den grössten Short-Positionen ist im Juni Siegfried, und das, obwohl der Kurs weiter nachgegeben hat.Die Rückkehr unter die grössten Shorts folgt auf einen vorsichtigen Ausblick der Zofinger. Für das laufende Jahr stellte das Unternehmen lediglich ein Umsatzwachstum im tiefen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Der Analystenkonsens hatte – auch aufgrund günstiger Vorjahresvergleichswerte – eher mit einem hohen einstelligen Umsatzwachstum gerechnet.Das Management begründete die Eintrübung damit, dass die Bestätigung für einen grösseren Auftrag noch ausstehe. Die Verzögerung ist nicht hilfreich, lässt aber offen, ob eine erneute Kehrtwende folgen kann – und auch der Kurs wieder nach oben dreht.R&SShort-Quote: 11,9% | Monatsveränderung: +45,3%Neu unter den grössten Shorts tauchen zudem die Titel des Transformatorenherstellers R&S auf.Im vergangenen Sommer waren die Aktien von R&S eingebrochen, als das Management nach übertriebenen Erwartungen hatte zurückrudern müssen. Doch seither haben die Aktien wieder Boden gutgemacht, angetrieben vom Megatrend hin zu vermehrter Elektrifizierung. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht und baut ihre Kapazitäten aus, sodass trotz starker Nachfrage nach verlässlichen Transformatoren die Preise unter Druck geraten.In den Augen der Short-Seller ist die Kursentwicklung bereits zu weit gelaufen und sie wetten auf erneute Rückschläge.DSM-FirmenichShort-Quote: 11,8% | Monatsveränderung: +156%Seit gut einem Monat sind die Aktien von DSM-Firmenich auch an der Schweizer Börse kotiert. Dies nach einer verblüffend kurzen Ankündigungsfrist von lediglich zwei Wochen.Die unerwartete Zweitkotierung hatte zuerst einen Kurssprung ausgelöst. Hedgefonds haben sich mit den Titeln eingedeckt, da sie wussten, dass Schweizer Indexfonds in Kürze sich mit den Aktien würden eindecken müssen – egal zu welchem Preis.Darauf folgte eine Kursbaisse, bevor neuer Zug in die Titel kam – und sie sich gar besser entwickelten als die des hiesigen Branchenprimus Givaudan.The Market fragte sich allerdings: Warum sollte man sich im Bereich Aromen- und Duftstoffe mit zweitklassiger Qualität zufriedengeben, wenn auch weiterhin Givaudan zur Auswahl steht? Zu diesem Urteil sind auch die Short-Seller gelangt und haben ihre Wette gegen DSM im Juni vervielfacht.Santhera PharmaceuticalsShort-Quote: 10,1% | Monatsveränderung: +14,2%Seit Jahresbeginn auf der Liste der am meisten ausgeliehenen Schweizer Aktien ist Santhera – und seither hat der Kurs immer weiter angezogen. Im Juni hat nun eine Trendwende eingesetzt.Santhera hat Anfang Jahr eine Lizenzvereinbarung für den Vertrieb von Agamree zur Behandlung von Duchenne-Muskeldystrophie bekanntgegeben. Der japanische Partner Nxera Pharma bezahlte dafür vorab 30 Mio. Fr. in bar und finanzierte zusätzlich eine Kapitalerhöhung um 10 Mio. Fr. zu einem Preis von 14.91 Fr. je Santhera-Aktie. Das entsprach damals einer Prämie von rund 20% und zog den Kurs ein erstes Mal in die Höhe.Im März vermeldete Santhera eine Umsatzverdoppelung auf 77,4 Mio. Fr., was den Kurs erneut hochspringen liess. Das Jahresergebnis zeigte aber auch: Der Verlust ist mitunter wegen Lizenzzahlungen nicht geringer, sondern grösser geworden. Das Management stellt zwar für das dritte Quartal den Break-even beim Cashflow in Aussicht. Neues Kapital aufzunehmen, sei deshalb nicht notwendig. Die Short-Seller sehen aber, dass das Unternehmen bei seinen Zielen ins Hintertreffen geraten ist, und erwarten, dass das auch den Kurs wieder zurückfallen lässt.Stadler RailShort-Quote: 10% | Monatsveränderung: +22,4%Nach der starken Avance beim Zugbauer Stadler Rail – Mitte März waren die Titel unter 18 Fr. abgerutscht, nun kosten sie mehr als 23 Fr. – finden die Short-Seller: Es reicht mit der Erholung. Sie haben ihre Positionen um 20% aufgestockt und wetten darauf, dass der Kurs wieder sinkt.Stadler vermeldet zwar im Monatstakt neue Grossbestellungen. Der Auftragsbestand türmt sich mittlerweile auf mehr als 32 Mrd. Fr. Doch die Vergangenheit zeigte: Ein grosses Auftragsvolumen zieht Investitionen nach sich und vielfältige Probleme haben jeweils dazu geführt, dass die Margen nicht zulegten, sondern sanken. Für das laufende Jahr erwarten die Analysten zwar eine Trendumkehr. Die Short-Seller wetten jedoch gegen diese Hoffnung, und hieven die Aktien von Stadler neu auf die Liste der grössten Schweizer Shorts.Barry CallebautShort-Quote: 9,9% | Monatsveränderung: –7,6%Druck rausgenommen haben die Leerverkäufer bei Barry Callebaut. Die Aktien des Schokoladenproduzenten sind von Platz drei im Vormonat auf den neunten Rang abgerutscht.Nachdem die Kakaopreise im Frühling 2025 in die Höhe geschnellt waren, begannen auch die Wetten gegen den Schokoladenhersteller zu steigen: Mit den Rohstoffkosten blähte sich das Umlaufvermögen auf, die Angst vor Liquiditätsengpässen und einer höheren Verschuldung verschreckte die Börse. Im August des vergangenen Jahres belegten die Aktien den Spitzenplatz, die Short-Quote lag bei 26%.Mit der Entspannung am Kakaomarkt ab der zweiten Jahreshälfte 2025 ist die Short-Position kleiner geworden – und der Aktienkurs von Barry Callebaut gestiegen.Dennoch: Barry Callebaut kämpft weiterhin mit hausgemachten Problemen und einer gedämpften Nachfrage. Die Restrukturierung unter dem im Januar 2026 abgesetzten CEO Peter Feld führte nicht zum erhofften Befreiungsschlag.Anfang Juni gelobte die neue Führung um CEO Hein Schumacher Besserung: Der Fokus soll weg von Volumen hin zu partnerorientierten Lösungen und Premiumprodukten gelenkt werden. Zwar sind das bislang lediglich Versprechen und die Entwicklung des Kakaopreises offen, die Short-Seller sind aber vorsichtiger geworden.Partners GroupShort-Quote: 8% | Monatsveränderung: +59,4%Der letzte Neuzugang in diesem Monat kam mit Ansage: Ende April startete der Short-Seller Grizzly eine öffentliche Attacke auf Partners Group. Seither sind ihm weitere Leerverkäufer gefolgt, sodass die Aktien des Privatmarktspezialisten nun neu zu den grössten Schweizer Shorts gehören.Partners Group erlebt in diesem Jahr eine ganze Reihe von Rückschlägen: Erstens steht das Privatmarktsegment insgesamt unter Druck. Dies weil künstliche Intelligenz Software-Unternehmen bedrohen, in die Private Equity besonders gern investiert hatte. Zweitens ächzt die Branche darunter, dass im Wachstumsgebiet Private Debt künftig die Ausfallraten in die Höhe schnellen könnten.All das führte drittens dazu, dass Kunden so viele Gelder aus Fonds von Partners Group abziehen wollten, dass das Unternehmen die Notbremse ziehen und Rücknahmen beschränkte musste. Zusammen drückt das so stark auf den Kurs, dass auch Insiderkäufe der Unternehmensführung seit Mitte März im Umfang von mehr als 50 Mio. Fr. die Investorenstimmung nicht zu drehen vermochte.Seit Jahresbeginn haben die Aktien ein Drittel an Wert eingebüsst – und die Short-Seller setzen mit verstärktem Engagement darauf, dass die Kursbaisse noch ausgeprägter werden wird. The Market hingegen meint: Partners Group bietet nun eine Kaufgelegenheit.
Die Short-Seller schichten im Juni kräftig um
Sechs neue Unternehmen, darunter Stadler Rail, die neu an der SIX kotierte DSM-Firmenich und – mit Ansage – Partners Group, stehen im Fokus der Leerverkäufer. Diese wetten darauf, dass ihre Kurse sinken werden.







