PfadnavigationHomeSportFußballWMWundersamer PostEin blindes Anrennen gegen einen biederen Gegner – und Merz schreibt von „Stolz“Stand: 10:31 UhrLesedauer: 2 MinutenDie deutsche Nationalmannschaft verliert im Sechzehntelfinale gegen Paraguay. Im Elfmeterschießen versagen gleich drei Spielern die Nerven. Die Highlights im Video.Deutschlands Nationalmannschaft erlebt ein Debakel und muss erneut früh die Abreise von der Fußball-WM antreten. Lob gibt es dennoch vom Bundeskanzler, der mit seiner Instinktlosigkeit nun auch den Sport erreicht hat.Schon lange hat man als geneigter Betrachter das Gefühl, dass Friedrich Merz den Raum just in jenem Moment verlassen hat, als der liebe Gott Empathie an die Menschen verteilte. Jedenfalls trat er in seiner gerade einmal seit 14 Monaten währenden Amtszeit als Bundeskanzler in unschöner Regelmäßigkeit in ein Fettnäpfchen nach dem nächsten. Da gab es die Stadtbild-Debatte mit rassistisch anmutendem Unterton und der Unterstellung, Migranten würden für Unsicherheit im öffentlichen Raum sorgen. „Wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.“ Komplett instinktlos war auch seine Äußerung nach dem Besuch der Klimakonferenz in Belém/Brasilien, als er sich abfällig über den Veranstaltungsort äußerte und mitgereiste Journalisten nach der Rückkehr in die Heimat wissen ließ, er sei froh, wieder im „schönsten Land der Welt“ zu sein. Und dann gab es noch die Diskussion über die deutsche Arbeitskultur. „Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können.“Instinktlosigkeit scheint weiter ein treuer Begleiter des Kanzlers zu bleibenDer Sport blieb bei diesen kommunikativen Fehlleistungen lange Zeit außen vor – bis zum Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Dort hatte sich die deutsche Nationalmannschaft beim 4:5 nach Elfmeterschießen gegen Paraguay gerade bis auf die Knochen blamiert, sich zum internationalen Gespött gemacht und eine wütende Fanbasis zurückgelassen. Und was machte Merz? Er erweckte den Eindruck, schon weit vor dem Anpfiff des sportlichen Offenbarungseides in Boston eingeschlafen zu sein.Auf seinem offiziellen X-Account lobte der Kanzler die Nationalmannschaft nach dem Desaster gegen die Nummer 37 der Weltrangliste: „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel. Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“Instinktlosigkeit scheint weiter ein treuer Begleiter in der Karriere des 70-jährigen CDU-Mannes zu bleiben. Denn Deutschland hatte in den 120 Spielminuten und dem anschließenden Elfmeterschießen nicht im Ansatz das gezeigt, was Merz in seinem Post suggerierte. Vielmehr war es ein blindes Anrennen gegen einen biederen Gegner, der es mit einfachsten Defensivmitteln verstand, Deutschland vor Probleme zu stellen und die frühere Großmacht des Fußballs schließlich auf die Heimreise zu schicken.Was daran – und auch an den vorangegangenen drei Partien – der wichtigsten Mannschaft des Landes Grund für Stolz gewesen sein soll, bleibt ein Geheimnis von Merz und seiner gleichsam heillos überfordert wirkenden Kommunikationsabteilung.