Lieber Friedrich,

fangen wir vorne an. Für die, die es verpasst haben. Die, die keinen Fußball gucken. Die, die schlafen können, wenn Deutschland spielt.

WM 2026. Sechsentelfinale. Deutschland gegen Paraguay. Paraguay, Friedrich. Ein Land, das die meisten Deutschen zuletzt in der achten Klasse auf einer Landkarte gesucht und nicht gefunden haben. Deutschland verliert. 3:4 im Im Elfmeterschießen. Nach einem Spiel, das die deutschen Medien in den Minuten danach mit Vokabeln beschreiben, die man sonst für Naturkatastrophen verwendet, oder eben mit Worten wie „Trauerspiel“. „Blamage“. „Armutszeugnis für Fußball-Deutschland“. Jürgen Klinsmann, den man auch nicht gerade für seine unterkühlte Wortwahl kennt, spricht von einem „riesigen Loch“, in das der deutsche Fußball jetzt falle.

Keine dreißig Minuten nach Abpfiff, mitten in der Nacht, erscheint auf dem offiziellen X-Account „Bundeskanzler Friedrich Merz“ dieser Text: „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel. Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“

Stolz. Auf euch.