Es ist die dritte WM-Pleite in Folge. Diesmal heißt der Endpunkt Paraguay, ein 4:5 nach Elfmeterschießen, davor 120 Minuten zum Vergessen.Und was macht der Bundeskanzler? Er gratuliert. „Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert“, schreibt Friedrich Merz auf X. „Wir sind stolz auf euch.“Begeistert? Wer dasselbe Spiel gesehen hat wie der Kanzler, reibt sich die Augen. Das DFB-Team verwaltete den Ball, statt ihn zu fordern. Von Leidenschaft keine Spur. Man kann das diplomatische Höflichkeit nennen. Ein Kanzler tröstet, das gehört zum Amt. Geschenkt. Nur passt der Trost so gar nicht zu dem Mann, der ihn ausspricht.

Denn Merz ist der Prediger der Leistungsgesellschaft. Wer arbeiten kann, soll arbeiten. Wer Bürgergeld bezieht, bekommt von ihm Druck zu spüren. „Leistung muss sich wieder lohnen“ – das ist sein Mantra.Ausgerechnet er belohnt jetzt die Nichtleistung. Auf der größten Bühne, vor dem ganzen Land. Die Botschaft, die hängen bleibt: Es zählt nicht mehr das Ergebnis, sondern die gute Absicht. Das ist bequem. Für eine Nationalmannschaft, die seit Jahren nur noch verliert, ist es fatal.