Inmitten spöttischer Reaktionen über einen sehr lobenden X-Post nach dem WM-Scheitern der Fußball-Nationalmannschaft hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Kritik gekontert. „Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark. Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott“, schrieb der CDU-Politiker in einem weiteren Beitrag beim Kurznachrichtendienst. Rund elf Stunden zuvor hatte Merz dem DFB-Team trotz der überraschenden Niederlage gegen Außenseiter Paraguay schon in der ersten K.-o.-Runde Lob gezollt und Mut zugesprochen. „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel“, hieß es in einem Beitrag des offiziellen Kanzler-Accounts des CDU-Politikers auf der Plattform X. „Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“Diese Reaktion löste allerdings verbreitet Kopfschütteln aus. Viele User fragten, welches Spiel der Kanzler gesehen habe. Die Wortkombination „Welches Spiel“ trendete rasch auf X. Auch die politische Konkurrenz reagierte mit Spott.„Ich weiß gar nicht, was schlimmer war. Das Spiel oder diese Analyse“, schrieb etwa die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Andere Politiker verbanden ihre Reaktion mit bekannten Kritikpunkten an der Politik der Merz-Regierung. Sevim Dagdelen vom Bundesvorstand des BSW diagnostizierte beispielsweise „Realitätsverlust auf Kanzlerniveau. Genau wie bei seiner Politik“. (dpa) Wie sollten der Deutsche Fußball-Bund und Bundestrainer Julian Nagelsmann in die Zukunft gehen? Christian Kamp hat dazu diese Meinung: Das aberkannte Tor von Deutschlands Nationalspieler Jonathan Tah im WM-Spiel gegen Paraguay erhitzt die Gemüter: Der Deutsche Fußball-Bund verpasst durch das überraschend frühe Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM viele Millionen Euro. Für das Erreichen der ersten K.-o.-Runde erhält der DFB vom Weltverband FIFA 11 Millionen US-Dollar (9,66 Millionen Euro). Das Achtelfinale hätte vier weitere Millionen Dollar gebracht, nochmal vier wären für das Viertelfinale dazu gekommen. Der künftige Weltmeister wird mit 50 Millionen US-Dollar Prämie finanziell entlohnt, für den unterlegenen Finalteilnehmer gibt es 33 Millionen.Schon vor dem Turnierstart hatte sich die finanzielle Herausforderung für die Verbände abgezeichnet. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hatte schon vor dem Beginn gesagt, dass es für eine europäische Nation ohne Halbfinaleinzug schwer werde, „wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben“. (dpa)Mit dem bitteren Aus gegen Paraguay hat die Nationalmannschaftskarriere von Manuel Neuer ein abermaliges Ende genommen. „Ja“, sagte der Torhüter auf die Frage, ob das Sechzehntelfinale der WM sein letztes Länderspiel gewesen sei, in der ARD. Neuer hatte bereits nach der EM 2024 in Deutschland seinen Rücktritt erklärt, gab zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko aber sein Comeback im DFB-Trikot. Oliver Baumann, Stammtorwart in der Qualifikation, rückte dafür wieder ins zweite Glied.Neuer ist 40 Jahre alt, die Niederlage gegen Paraguay (3:4 im Elfmeterschießen) war sein 128. Länderspiel. In der „ewigen“ DFB-Liste liegt der Weltmeister von 2014 damit auf Rang fünf hinter Lothar Matthäus (150), Miroslav Klose (137), Thomas Müller (131) und Lukas Podolski (130), allesamt ebenfalls Weltmeister.Welche Kollegen außerdem aus eigenen Stücken ihre DFB-Karriere beenden, bleibt vor der EM 2028 in Großbritannien und Irland abzuwarten. Neuer ist mit Abstand der Älteste, zu den wenigen anderen über Dreißigjährigen im Team gehört auch Kapitän Joshua Kimmich (31), der einen Rücktritt ausschloss. „Ich werde immer die Power haben für einen neuen Anlauf. Was ich niemals tun werde, ist: aufgeben“, sagte er. (sid)Nach dem Einzug Paraguays ins Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft hat Präsident Santiago Peña einen nationalen Feiertag ausgerufen. Der Tag nach dem sensationellen Sieg über die deutsche Nationalmannschaft sei arbeitsfrei, teilte die Regierung per Dekret mit. Zuvor hatte Peña nach dem 4:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen das DFB-Team am Montag auf der Plattform X geschrieben: „Paraguay gibt niemals auf! Feiertag, verdammt noch mal!“ (sid) In der Nähe von US-Stadien wurden bei der Fußball-Weltmeisterschaft über 1000 Drohnen entdeckt. Wie Andrew Giuliani, der Turnierbeauftragte des Weißen Hauses, am Montag mitteilte, wurden die Drohnen ohne Gewaltanwendung außer Gefecht gesetzt, ohne jedoch zu erläutern, wie dies geschah.„Bis Sonntagabend gab es 1139 Drohnenerfassungen bei der Weltmeisterschaft und an weltmeisterschaftsbezogenen Veranstaltungsorten“, sagte Giuliani im vom Federal Bureau of Investigation (FBI) organisierten International Police Cooperation Center (IPCC) nahe Washington.Das FBI habe zudem „über 500 dieser Drohnen beschlagnahmt, um sie als Beweismittel in Ermittlungen zu verarbeiten“, erklärte Doug Olson, der beim FBI als verantwortlicher Sonderermittler für die Koordinierung rund um die Weltmeisterschaft 2026 zuständig ist.Die USA hatten im Vorfeld der Weltmeisterschaft Abwehrmaßnahmen gegen Drohnen zu einem zentralen Bestandteil ihrer Sicherheitsbemühungen gemacht und dafür mehrere hundert Millionen Dollar bereitgestellt. Die Befugnisse der lokalen Behörden wurden ausgeweitet, um diese Geräte stören und abfangen zu können. Zudem haben Dutzende Polizisten aus den elf US-Austragungsstädten eine Spezialausbildung in einem Ausbildungszentrum des FBI erhalten. (sid)Das war die geringste Reichweite der vier deutschen WM-Spiele. Allerdings hatte die Partie des Sechzehntelfinales mit 22.30 Uhr die späteste Anstoßzeit. Der Bestwert wurde beim 7:1 der deutschen Mannschaft in ihrem ersten Spiel gegen Curaçao (Anstoß 19.00 Uhr) mit im Schnitt 23,43 Millionen in der ARD erreicht.Parallel zu den öffentlich-rechtlichen Sendern überträgt MagentaTV WM-Spiele aus den USA, Mexiko und Kanada. Die Telekom veröffentlicht für ihren kostenpflichtigen Streamingdienst keine Einschaltquoten zu einzelnen Spielen. (dpa)Der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat deutliche Worte für das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay gefunden. „Die Art und Weise, wie wir heute Abend ausgeschieden sind, ist verheerend, ist eine Blamage, ist etwas, womit niemand, wirklich niemand gerechnet hat“, sagte Klinsmann in einem Interview bei ESPN. Das Ergebnis stürze den deutschen Fußball in ein „riesiges Loch“.Alles müsse nun auf den Prüfstand gestellt werden, betonte der 61-Jährige. „Alles, von oben bis unten, muss hinterfragt und diskutiert werden. Natürlich wird es Konsequenzen geben, was auch immer diese Konsequenzen sein mögen.“ Die Mannschaft habe „schlampig“ gespielt und sei „nicht energisch, nicht entschlossen und nicht aggressiv genug“ gewesen. Die Art und Weise des Ausscheidens sei „äußerst enttäuschend“, betonte Klinsmann.Zur Frage nach der Verantwortung von Bundestrainer Julian Nagelsmann sagte Klinsmann, diese liege nicht bei einer einzelnen Person. „Die Verantwortung liegt bei allen – vom Trainerstab über den Verband bis hin zu jedem einzelnen Spieler, der in diesen 26-Mann-Kader berufen wurde. Jeder hat seinen Teil zu diesem Desaster beigetragen.“ Die Mannschaft habe „definitiv ihr Gesicht verloren“ und müsse die Schuld bei allen Beteiligten suchen. (dpa)Tief in der amerikanischen Nacht ist die Fußball-Nationalmannschaft ein letztes Mal in ihrem WM-Quartier in Winston-Salem angekommen. Das Charterflugzeug landete nach dem 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay in der ersten K.-o.-Runde in Foxborough auf dem kleinen Stadtflughafen Smith Reynolds Airport in North Carolina. Julian Nagelmann verließ als einer der ersten den Flieger und ging mit seinem silbernen Rollkoffer über das Flugfeld. Der Bundestrainer hatte einen Rücktritt trotz des frühen Ausscheidens ausgeschlossen. Mit der DFB-Elf waren auch Verbandspräsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig nach Winston-Salem zurückgekehrt.Das Trio muss nun entscheiden, ob Nagelsmann tatsächlich im Amt bleiben und seinen bis einschließlich der EM 2028 datierten Vertrag erfüllen darf. Nach den letzten WM-Enttäuschungen 2018 und 2022, als jeweils nach der Gruppenphase Schluss war, waren Joachim Löw und Hansi Flick als Bundestrainer noch im Amt geblieben. (dpa)Der niederländische Bondscoach Ronald Koeman hat seine Zukunft nach dem frühen WM-Aus gegen Marokko noch offengelassen. „Das habe ich nicht getan“, antwortete Koeman nach dem 2:3 (1:1, 1:1, 0:0) im Elfmeterschießen auf die Frage, ob er dem Verband seinen Rücktritt angeboten habe. „Ich werde in Ruhe über meine Zukunft nachdenken“, sagte der 63-Jährige in Monterrey nach der Niederlage im Sechszehntelfinale.Koeman ist seit Anfang 2023 zum zweiten Mal Trainer der Elftal. In verschiedenen Medien wird derzeit spekuliert, dass der frühere Profi zeitnah sein Amt zur Verfügung stellt. Als ein Kandidat für die Nachfolge gilt Peter Bosz vom niederländischen Meister PSV Eindhoven.Koeman wurde nach der verdienten Niederlage gegen Marokko heftig dafür kritisiert, dass er sein System auf fünf Verteidiger umgestellt hatte. Der Europameister von 1988 wies diese Kritik zurück. „Es geht nicht darum, Angst zu haben. Es geht darum, besser zu stehen. Wir haben mit drei Angreifern gespielt“, sagte Koeman.„Ich weiß, als Bondscoach werde ich gelobt, wenn das 1:1 nicht mehr fällt. Jetzt werde ich kritisiert, weil ich mit fünf Verteidigern gespielt habe“, sagte Koeman weiter. Der marokkanische Ausgleich war erst in der Nachspielzeit gefallen. Die Kritik interessiere ihn nicht, sagte der Bondscoach. Er würde immer wieder so entscheiden. (dpa) Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann hat die Aufstockung bei der Fußball-Weltmeisterschaft von 32 auf 48 Teams gegen Kritik verteidigt. „Wir neigen in Deutschland gerne dazu, an unserem eurozentrischen Fußballbild der Vergangenheit festzuhalten. Mittlerweile wird aber überall auf der Welt guter Fußball gespielt. Die Spiele sind bis auf ganz wenige Ausnahmen alle sehr ausgeglichen“, sagte Hellmann in einem von mehreren Medien veröffentlichten Interview.Hellmann findet die vielen Teams bei der WM in den USA, in Kanada und Mexiko „sehr bereichernd“. „Auch andere kleinere Nationen haben den Zugang zu diesem internationalen Topturnier verdient. Da geht es auch um Teilhabe am Weltfußball“, erklärte der 54-Jährige.Man dürfe dem Weltverband FIFA nicht immer nur unterstellen, dass es ihm um Profitmaximierung gehe. „Natürlich spielt die wirtschaftliche Seite eine große Rolle, aber es geht eben auch um den Effekt, einer breiteren Zahl von sogenannten kleineren Fußballländern den Stolz des Dabeiseins zu geben.“ (dpa)Was war los in dieser WM-Nacht? Alle Infos im Überblick: Uli PutzRekordnationalspieler Lothar Matthäus rechnet nach dem frühen Aus bei der Fußball-WM mit einem Abschied von Julian Nagelsmann und einem neuen Bundestrainer für die Nationalmannschaft. „Ich glaube, dass es nach dieser Weltmeisterschaft mit einem neuen Trainer weitergehen muss. Das war einfach zu viel. Es gibt wahrscheinlich einiges aufzuarbeiten, auf dem Platz, außerhalb des Platzes“, sagte Matthäus der „Bild“. Matthäus kritisierte die Leistung im Sechzehntelfinale gegen Paraguay, das Deutschland 3:4 im Elfmeterschießen verlor, empfand sie aber nicht als Einzelfall. „Ein Spiel kann immer passieren. Aber wir haben ja schon gegen Ecuador Katastrophe gespielt“, sagte der 65-Jährige. „Wenn man das Gesamte sieht: Ich bin nicht traurig. Ich bin überrascht, dass man gegen eine so schwache Mannschaft ausscheiden kann. Aber ich bin nicht traurig aufgrund der gezeigten Leistung.“Uli PutzOrlando Gill entschärfte zunächst die Elfmeter von Kai Havertz und Nick Woltemade – und brachte schließlich Jonathan Tah so aus dem Konzept, dass dieser den Ball weit über das Tor in den Abendhimmel von Massachusetts jagte. Mit insgesamt drei vereitelten Strafstößen avancierte Paraguays Torhüter im Sechzehntelfinale der Fußball-WM zum großen Deutschland-Schreck.Auf die Frage, ob der Erfolg reine Intuition oder akribische Vorbereitung gewesen sei, erklärte der 26-Jährige der Zeitung „ABC“ nach dem 4:3 im Elfmeterschießen gegen Deutschland: „Ich habe jeden Spieler, jeden Aspekt, jedes Detail analysiert, und Gott sei Dank konnte ich zwei Elfmeter halten, was für die Qualifikation entscheidend war.Mehr ladenTickarooLive Blog Software