PfadnavigationHomePolitikDeutschland„Ben ungeskriptet“Nach Podcast mit Höcke – Landesanstalt für Medien geht gegen Host Ben Berndt vorStand: 02:24 UhrLesedauer: 4 MinutenBen Berndt, Podcasthost von „ungeskriptet“, hat Ärger mit der Landesanstalt für MedienQuelle: ungeskriptet media GmbHSeine Folge mit Björn Höcke erreichte sechs Millionen Aufrufe. Nun fordert die Landesanstalt für Medien NRW Ben Berndt auf, die Folge mit dem AfD-Politiker nachträglich zu ändern. Der Podcaster spricht von Zensur – und will es auf ein juristisches Verfahren ankommen lassen.Sein über vier Stunden langes Gespräch mit dem Thüringer AfD-Chef Björn Höcke machte Benjamin „Ben“ Berndt deutschlandweit bekannt. Über sechs Millionen Mal wurde die bislang erfolgreichste Folge seines Podcasts „Ben ungeskripted“ seit ihrer Ausstrahlung Ende April inzwischen aufgerufen.Seitdem stehen Politiker und andere bekannte Persönlichkeiten Schlange, um Berndt im Aufnahmestudio gegenüberzusitzen. Doch nun könnte dem Podcaster möglicherweise juristischer Ärger drohen: Wie zuerst „t-online“ berichtete, geht inzwischen die Landesanstalt für Medien (LfM) Nordrhein-Westfalen gegen Berndt vor.Die Behörde fordert Berndt in einem Schreiben dazu auf, das Gespräch mit Höcke nachträglich zu überarbeiten. Berndt selbst macht mit einem Video in den sozialen Medien den Sachverhalt öffentlich. „Der Staat will mich zensieren. Da habt ihr euch den falschen ausgesucht“, schreibt er.„Wenn man dieses Schreiben aufmacht, dann prangt oben das Logo der Landesmedienanstalt NRW“, schildert Berndt. „Wir bitten Sie, Ihre gesamten Angebote auf die Einhaltung der journalistischen Sorgfalt hinzuwirken“, liest er aus dem Schreiben vor, und schiebt seine eigene Interpretation der Behördenaufforderung hinterher: „Du bist Journalist, du musst das machen, was wir sagen und überprüf‘ mal sämtlichen anderen Content darauf, dass wir da auch nichts finden, sonst melden wir uns bei dir.“Dementsprechend sei der Slogan der Landesmedienanstalt NRW „Der Meinungsfreiheit verpflichtet“, merkt Berndt zudem schmunzelnd an. Er glaube, dass der Slogan eher zu seinem Podcast als zu der Landesmedienanstalt NRW passe. Lesen Sie auchDer bekannte Podcaster weiß den Brief der Behörde geschickt für seinen Kampf für die Meinungsfreiheit zu nutzen – und wirbt direkt für seine nächste Folge, in der es ein Q&A zu dem Thema geben soll. „Wenn ich mich unterwerfe, zensieren sich Tausende andere Podcaster potenziell selbst“, sagte Berndt zu „t-online“.Lesen Sie auchKonkret soll es um die Passage gehen, in der es um Höckes Strafverfahren wegen seines wiederholt geäußerten Satzes „Alles für D.“ geht. Berndts Firma ungeskriptet media GmbH erhielt eine E-Mail der Abteilung Recht der Landesmedienanstalt mit einer Frist bis zum 30. Juni. Bis dahin soll der Podcaster der Rechtsabteilung mitteilen, ob er den Höcke-Beitrag auf den unterschiedlichen Plattformen angepasst und um eine Erläuterung ergänzt hat.Die Landesmedienanstalt wies gegenüber dem Nachrichtenportal darauf hin, dass ihre Mail noch kein formales Verfahren sei, sondern ein Hinweis als „mildestes Mittel“, schließlich gehe es dabei um einen staatlichen Eingriff in Grundrechte. „Ein Hinweis dient dazu, auf mögliche Defizite aufmerksam zu machen und dem Anbieter die Chance zu geben, diese einzuordnen oder zu korrigieren, bevor es zu einem Verwaltungsverfahren kommt“, erklärte Justiziarin Laura Braam gegenüber „t-online“. Die Landesmedienanstalten kontrollierten ursprünglich private Rundfunksender. Mit dem Medienstaatsvertrag kam die Aufgabe hinzu, bei Telemedien – Angeboten im Internet – ebenfalls die Einhaltung von Standards zu sichern. Seit 2020 hat die LfM 38 solcher Hinweise an Betreiber von Kanälen oder Seiten verschickt. In den meisten Fällen sei daraufhin eine Anpassung der Beiträge erfolgt.Lesen Sie auchEs geht dabei auch um die Frage, inwieweit die Behörde journalistische Standards an Podcasts wie „Ben ungeskriptet“ anlegen kann. Berndt selbst sieht in seinem Podcast kein journalistisches Format und wirbt damit, die Gespräche weder zu kürzen noch zu zensieren. Die Medienanstalt hingegen sieht laut „t-online“ den „Verdacht, dass in dem Beitrag die journalistischen Grundsätze verletzt wurden“, weil einer falschen Aussage nicht widersprochen worden sei. Berndt musste Höcke-Folge bereits einmal ändernSollte sich LfM mit durchsetzen, wäre es das zweite Mal, dass Berndt die Folge mit Höcke nachträglich ändern muss: Die frühere AfD-Chefin Frauke Petry hatte sich zu einer falschen Tatsachenbehauptung über sich gemeldet, woraufhin Berndt zwei Stellen der Folge kürzte und das öffentlich kommunizierte.Berndt merkte gegenüber „t-online“ an, er „könnte auch einfach einen kleinen Hinweis einblenden. Mir liegt auch nichts daran, die konkrete Aussage von Höcke inhaltlich zu verteidigen.“ Es gehe ihm darum, dass er den Beitrag nachträglich nicht ändern will. „Jetzt wird es mich vielleicht mehrere Tausend Euro kosten, das nicht zu tun“, befürchtet er. Doch er wolle es nun auf ein juristisches Verfahren ankommen lassen.saha
„Ben ungeskriptet“: Nach Podcast mit Höcke – Landesanstalt für Medien geht gegen Host vor - WELT
Seine Folge mit Björn Höcke erreichte sechs Millionen Aufrufe. Nun fordert die Landesanstalt für Medien NRW Ben Berndt auf, die Folge mit dem AfD-Politiker nachträglich zu ändern. Der Podcaster spricht von Zensur – und will es auf ein juristisches Verfahren ankommen lassen.








