Vor einem Jahr erhielt ich eine Mail. Ob ich Lust hätte, in den Podcast von Ben Berndt namens „Ungeskriptet“ zu kommen. Ich kannte den Podcast nicht und war unsicher. Lohnt sich das? Extra auf eigene Kosten von Hamburg nach Köln und zurück fahren? Das muss man sich als Freiberufler erst einmal leisten können. Der Nachsatz der Einladung irritierte mich: Maximilian Krah sei auch schon da gewesen. Ich war sehr skeptisch. Durch meine Kritik an der „Tagesschau“ und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk wurde ich ohnehin schon in eine Ecke einsortiert, in der ich mich nicht sehe.
Für viele ist Medienkritik immer rechts, oft rechtspopulistisch, manchmal rechtsradikal. Das ist natürlich Quatsch. Trotzdem: Wer mich googelt, erhält hinter meinem Namen als ersten Vorschlag der Autovervollständigung die AfD. Dabei war ich noch nie in einer Partei, habe noch nie für eine gearbeitet oder geworben, stehe keiner nah. Aber offenbar müssen sich viele erst einmal mittels Suchanfrage vergewissern, dass es keine Verbindung zwischen mir und der AfD gibt.
Angst vor Kontaktschuld
Ich googelte Ben Berndt. Kaum Treffer in der Medienwelt. Angesichts der Reichweite seiner Kanäle überraschte mich das. Ich schaute mir seinen Podcast an. Es redeten vor allem Menschen, die im Mainstream nicht mehr vorkommen oder es noch nie dorthin geschafft hatten. Die Titel lauteten: „Sie zensieren die Wahrheit“, „Die wirklich Mächtigen sind unsichtbar“ oder „Alle wollten direkt Sex!“













