Anders als in Westdeutschland gab es in der DDR nur wenige italienische Eisdielen. Eine davon war in Gera. Die Familie de Bernardo betreibt sie noch heute.
E s gibt Geschichten, die klingen so verrückt, dass sie nur wahr sein können. Diese handelt vom Eis, genauer von italienischem Gelato und seinen Macher*innen. Sie spielt im unspektakulären thüringischen Gera und erstreckt sich über ein Jahrhundert europäischer Geschichte, in der eine italienische Gelatieri-Dynastie zwischen die ideologischen Fronten gerät. Neben zwei kämpferischen Heldinnen sieht man in den Nebenrollen die üblichen Verdächtigen: amerikanische GIs, Offiziere der Roten Armee, Stasi-Mitarbeiter, stille Unterstützer und miese Verräter. Filmreif!
Ursprünglich sollte dies nur ein kurzer Artikel über Eis in Ost und West werden. Sie wissen schon, VEB Lipsia-Eis (Leipzig) gegen Langnese (Heppenheim), Hexenkerze (Vanille, Schoko oder Erdbeer am Stiel) gegen Cornetto (Vanille, Schoko oder Erdbeer in der Waffel), die Kühltürme der Kombinat Kühl- und Lagerwirtschaft Ost gegen die der Markt- und Kühlhallen AG West. 1985 machte Langnese auf italienisch und führte die Gino-Ginelli-Eiscreme ein. Im Osten gab es das herrlich fettige Moskauer Plombir, von dem ich mich, nebenbei bemerkt, in den Achtzigern ein Jahr lang in der sowjetischen Provinz ernährt habe. Gerne auch bei minus 20 Grad.














