DIE ZEIT: Regina Schilling, Sandra Hüller, Sie haben gemeinsam den Dokumentarfilm über Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war gemacht. Wie ist die Autorin in Ihr Leben gekommen?

Regina Schilling: Ich habe schon als Kind manisch gelesen, ab 13 nur noch Erwachsenenliteratur, den ganzen männlichen Kanon rauf und runter. Und als ich 17 oder 18 war, ist mir Bachmanns Roman Malina in die Finger geraten. Den habe ich zwar überhaupt nicht verstanden, er hat mich aber total fasziniert. Damals habe ich begriffen, dass es so etwas wie weibliches Schreiben gibt, von dem ich anders gemeint bin als von Dostojewski oder so. Daraufhin habe ich mich bewusst auf die Suche nach Literatur von Frauen gemacht.