Trotz ambitionierter Ziele im Koalitionsvertrag sei der Staat „meilenweit davon entfernt", Start-ups ausreichend zu fördern, sagte Dominik Gross, Mitgründer und Geschäftsführer der Founders Foundation, auf der Konferenz „Hinterland of Things, die in dieser Woche in Bielefeld stattfand. Als Beispiel für die stockende Reformen nannte er die geplante 24-Stunden-Unternehmensgründung, deren bundesweiter Start auf 2029 verschoben worden sei.

Statt auf den Bund zu warten, stellte Gross den „Bielefelder Shortcut“ vor. Gemeinsam mit dem Start-up Paket der Stadt Bielefeld, der Oberbürgermeisterin Christiane Bauer, der Volksbank Ostwestfalen, dem Teuto Seed Club, The Trailblazers und weiteren Partnern soll in Bielefeld eine Gründung inklusive operativer Gesellschaft, Konto, Steuernummer, Holding-Struktur und einer Förderzusage von bis zu 64.000 Euro innerhalb von 24 Stunden möglich werden. Etwas Ähnliches gibt es in Schleswig-Holstein mit www.startuphafen.sh, andere Bundesländer planen die Initiative „Gründen in 24 Stunden“.

Zudem zeigte Gross Schritte für das neue „Wirtschaftswunder“ aus Europa. Beim Bereich KI plädierte Gross für Spezialisierung – nicht die großen Sprachmodelle, sondern spezifische Modelle machten Europa stärker. Als Robotik-Beispiel nannte er Neura Robotics, dessen Finanzierungsrunde zeige, dass Deutschland noch eine Chance habe; ein Teil der Mittel fließe in sogenannte „Robotic Gyms“, also Trainingsumgebungen für Roboter. Beim Thema Energie forderte er eine Infrastruktur, die sowohl KI als auch Wind und Solar trägt, und verwies auf Start-ups wie Proxima Fusion und TerraLayer.