Sie möchten kein Rezept oder Geschichte über Genuss und Ernährung mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter:Mein Kühlschrank ist meist ziemlich voll, mit allerlei haltbaren Saucen, Dips, fermentierten Experimenten – und mit »Resten«. Einerseits gibt es die, weil mein Unterbewusstsein immer noch nicht so ganz verinnerlicht hat, dass unsere Tochter seit geraumer Zeit in anderen Städten studiert und folglich nur noch selten mit uns isst. Andererseits weil ich oft bewusst etwas mehr koche als nötig, um schon mal einen Baustein für das nächste Mittagessen im Kühlschrank zu haben, Mealprep also. Ich kenne Menschen, die daraus ein System machen und am Wochenende Essenspläne für die ganze folgende Woche entwerfen. So arbeite ich nicht. Ich mag es, Inspiration im Kühlschrank zu finden und bei manchen fermentierten oder sonst wie vorbereiteten Würzzutaten die teilweise langen Vorbereitungszeiten zu überspringen. Sonst gäbe es den entscheidenden Löffel Misopaste oder Zitronen-Chilis in der Sauce immer nur eingekauft und nie selbst gemacht.Reis ist gut geeignet als Mealprep-Baustein, Risottoreste zum Beispiel für sizilianische Baduzzi oder gekochter Reis für alle möglichen Versionen von Fried Rice oder Reissalat. Für gebratenen Reis soll der Reis sogar eine Weile ruhen und dabei trocknen, damit er später schön knusprig wird und gleichzeitig innen saftig bleibt. Also eher in einem flachen Behälter in den Kühlschrank stellen und den Deckel lieber weglassen. Meist kommt der Reis dann in eine sehr heiße Pfanne und alle anderen Zutaten folgen in einer je nach Garzeit festgelegten Choreographie. Das ist gar nicht so einfach. Mein Ofenreis-Salat aber schon, gleichzeitig geht es um die sehr glückliche Kombination von heiß und knusprig mit kühl und cremig. Das Rezept ist sehr lose inspiriert von Vorspeisen wie dem laotischen knusprigen Reiskugel-Salat Nam Khao, aber während man dafür eine Fritteuse oder einen großen Wok mit viel Öl braucht, reicht mir der Ofen völlig aus. Die frischen Zutaten, die Sie vielleicht gerade nicht alle im Kühlschrank haben, können Sie variieren: Ob Thai-Schalotte oder andere Zwiebel ist nicht so wichtig, statt Kohlrabi gehen auch Karotte, Mairübchen oder grüne Papaya, selbst mit den Kräutern können Sie spielen. Nur die Gurke würde ich nicht austauschen, die bringt mit ihrer charakteristischen gleichzeitig knackigen und zarten Konsistenz ein verbindendes Element in den Salat, das mir besonders wichtig scheint.Crispy Ofenreis-SalatVorbereitungszeit45Min.Kochzeit35Min.SchwierigkeitmittelschwerMengefür4 PersonenZutatenca. 300 g gekochter Reis, zum Beispiel Jasminreis oder Basmatireis (aus etwa 125 g Reis)2 EL rote Currypaste1 TL Kurkumapulver3 EL ÖlFür die Sauce2 Zehen Knoblauch1 -2 frische thailändische Vogelaugenchilis1 EL (Muscovado-)Zucker150 g geröstete, gesalzene Knabber-Erdnüsse2 EL Öl100 ml Brühe z. B. Gemüse oder Huhn100 ml Kokosmilch2 EL vietnamesische Fischsauce – Nuoc MamFür den Salat100 g (Thai-)Schalotten100 ml Öl1 Gurke1 kleiner Kohlrabi1 Bund Koriander mit Wurzeln1 kleiner Bund Minze4 Eier1 -2 LimettenZubereitung1.Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen, Reis auf einem Backblech mit Currypaste, Kurkuma und Öl verkrümeln, flach ausbreiten und etwa 25 min auf der mittleren Schiene im Ofen knusprig backen, dabei ein- oder zweimal wenden.2.In der Zwischenzeit die Sauce vorbereiten: Knoblauchzehen schälen, Chilischote klein schneiden und zusammen mit Knoblauch und Zucker im Mörser zerreiben. Die Hälfte der Erdnüsse grob hacken, den Rest im Blender oder Blitzhacker fein mahlen. 2 EL Öl in einer Pfanne oder einem Wok erhitzen. Gemahlene Erdnüsse zugeben und bei milder Hitze ca. 2 min rösten, die Würzpaste zugeben und noch einmal genauso lange weiterrösten. Brühe, Kokosmilch und Fischsauce zugeben, aufkochen und bei milder Hitze 10 Min. kochen.3.Schalotten schälen und in dünne, vor allem gleichmäßige Ringe schneiden. Mit dem kalten Öl in einen kleinen Topf geben, erhitzen bis die Schalotten hellgolden sind. Abgießen das Schalottenöl aufheben, die Schalotten werden beim Abkühlen knusprig. Gurke schälen und in möglichst lange dünne Streifen schneiden. Dafür gibt es spezielle Julienne-Schäler, die sind ein bisschen gefährlich finde ich. Oder Julienne-Einsätze für Gemüsehobel. Oder Sie schneiden einfach lange dünne Scheiben und daraus dann schmale Streifen, raspeln geht auch. Alle Möglichkeiten funktionieren, es ist ein bisschen Geschmackssache, ich bin mir unsicher was ich Ihnen empfehlen soll. Kohlrabi schälen, ebenfalls in schmale Streifen schneiden oder grob raspeln. Zarte Kohlrabiblätter waschen und mit für den Salat verwenden (erinnern Sie sich an den Film »Der Duft der grünen Papaya«? Die Hauptfigur schneidet darin grüne Papayas, indem sie mit einem dünnen, scharfen, vietnamesischen Küchenbeil längs parallele Schnitte in die Frucht hackt und dann immer wieder mit dem Beil ganz dünne Schichten von der Papaya abhebt – das sieht sehr elegant aus, ist aber auch nicht völlig ungefährlich). Koriander waschen, trockenschütteln und mit Stumpf und Stiel kleinschneiden, die Wurzeln sehr klein, die Blätter sehr grob. Minze waschen, zupfen, ein paarmal durchschneiden.4.Die Eier pochieren, dafür 2 l Wasser in einem mittelgroßen Topf aufkochen, die Hitze reduzieren, so dass das Wasser nicht mehr blubbert. 4 Eier in 4 kleine Tassen schlagen, ins Wasser gleiten lassen. 3-4 Minuten darin schwimmen lassen, also pochieren. Am schönsten werden die Eier, wenn sie sich sanft auf den Topfboden setzen und dort ohne viel Bewegung im Wasser vor sich hin pochieren. Schließlich mit einem Sieblöffel aus dem Wasser heben.5.Reis in eine große Schüssel geben, Salatzutaten zugeben, mit der Sauce mischen. Eier auf den Salat legen, mit Erdnüssen und knusprigen Schalotten bestreuen. Mit Limettenstückchen bald servieren, bevor der Reis wieder aufweicht.Kitchenhacks – was wirklich wichtig ist für gebratenen Reis:Jede Variation von gebratenem Reis gelingt am besten, wenn der Reis Zeit hat um etwas abzutrocknen. Das ist praktisch, weil es ja sowieso oft darum geht Reste gut zu verarbeiten.
Rezept für knusprigen Ofenreissalat von Hans Gerlach
Hans Gerlachs Reissalat bringt heiß und knusprig sowie kühl und cremig zusammen. Praktisch: Die Gemüse-Bestandteile kann man variieren.











