1.000 Jahre deutsche Esskultur, Sauerbraten, Rehrücken und Schwartenmagen, grüner Spargel, weißer Spargel sowie jedes erdenkliche Kartoffelgericht. Und jetzt steht da ein Foodtruck mit fünf Stehtischen. Holger Stromberg, einst Küchenchef der deutschen Fußballnationalmannschaft und jüngster deutscher Sternekoch, soll darin etwas zubereiten, was es bislang noch nicht gab: ein deutsches Nationalgericht, das regionale Vorlieben und Geschmacksverirrungen überwindet, entwickelt aus den Lieblingsspeisen aktueller DFB-Spieler. Neben dem Foodtruck kleben an einer Tafel, die aussieht wie bei einer Taktikbesprechung, die jeweiligen Lieblingsgerichte dieser Spieler, stilisiert als Rückenaufdruck kleiner Fußballtrikots: D. Öner, P. Izza, K. Ochbanane und so weiter. Spannung liegt in der Luft, vielleicht auch ein Hauch Bratöl.
Die Initiative Fleisch, eine GmbH, zu deren Trägern und Unterstützern der Deutsche Bauernverband, der Verband der Fleischwirtschaft und weitere Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette gehören, hat Stromberg und den Foodtruck auf dem Hof der Berliner Kulturbrauerei geparkt. Die Firma setzt sich für einen Fleischdialog auf sachlicher Grundlage ein, für verantwortungsvolle Erzeugung und selbstbestimmten Genuss sowie den Abbau von Missverständnissen und moralischem Druck. Steht zumindest so auf ihrer LinkedIn-Seite. Die Vorstellung des Nationalgerichts folgt auf eine effektvolle Angrillaktion aus dem vergangenen März: Damals kettete die Initiative einen Schwenkgrill an einen Hubschrauber und senkte beide über einem angeblich aktiven Vulkan ab. Das Projekt, gefilmt im Stil eines Actionfilm-Trailers, hieß unerklärlicherweise nicht Yippie-ya-yay, Schweinebacke.












