Man muss mit Olivier Giroud wirklich kein Mitleid haben. Er ist mit der französischen Fußballnationalmannschaft Weltmeister geworden, er hat in London, Mailand und Los Angeles gespielt und er dürfte genug Geld verdient haben, dass er nicht nur weiter in den drei Städten leben, sondern wahrscheinlich sogar Monat für Monat zwischen ihnen hin- und herziehen könnte.Dem Sandwich entkommen: Olivier Giroud beim Grand Prix von Monaco vor einer Woche.ReutersBeing Oliver Giroud – das kann so schlecht nicht sein. Doch es gibt da dieses eine Foto aus Rio de Janeiro, das diesen einen Moment festhält, in dem er von einem Verteidiger aus München und einem Verteidiger aus Dortmund gesandwiched wurde. Und in diesem Moment im Sommer 2014, da wollte man wirklich nicht mit ihm tauschen.Winston-Salem, Sommer 2026. Am Donnerstagmittag sitzen ein Verteidiger aus München und ein Verteidiger aus Dortmund im Broyhill Auditorium der Wake Forest University, wo der Deutsche Fußball-Bund während dieser Weltmeisterschaft seine Pressekonferenzen abhält.„Mit dem Ball gibt es in Europa nicht viele, die auf dem Niveau unterwegs sind“, sagt Jonathan Tah über Nico Schlotterbeck. „Er ist ein unglaublich guter Verteidiger im Torbeschützen“, sagt Nico Schlotterbeck über Jonathan Tah. Und damit ist nach nur wenigen Sekunden schon das Wichtigste gesagt: dass Tah und Schlotterbeck, die bei dieser WM die Innenverteidigung der deutschen Nationalmannschaft bilden sollen, sich ergänzen können. Auf dem Pressepodium, aber auch auf dem Platz.Schlotterbeck über Tah: „Wir profitieren echt voneinander“„Wir“, sagt Schlotterbeck am Anfang, „profitieren echt voneinander, haben unterschiedliche Stärken, das ist sehr gut für uns beide. Und ich weiß, wenn wir beide unsere Fähigkeiten auf den Platz bringen bei der WM, sind wir ein sehr, sehr gutes Duo in Europa und vor allem auf der Welt.“ Und am Ende wird er die Zwei-Mann-Abwehr, die ein Schmuckstück der deutschen Elf werden soll, dann mit dieser Zwei-Satz-Antwort beschreiben, die ein eigenes Schmuckstück war: „Was Bayern für eine Saison gespielt hat, ist außergewöhnlich. Ich hab nen guten linken Fuß.“Wenn die Deutschen am Sonntag gegen Curaçao das erste WM-Spiel bestreiten, dürfte das für Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck, 30 und 26 Jahre alt, ein sanfter Einstieg in dieses Turnier werden. Weil sie eher als angreifende und nicht als verteidigende Verteidiger zu sehen sein werden, weil sie eher Schlotterbecks linken Fuß als Tahs Oberkörper brauchen werden, wird am Sonntag noch nicht erkennbar sein, ob sie eine gemeinsame Kraft entwickeln können, die in die Richtung von der geht, die ein Verteidiger von Bayern München und einer von Borussia Dortmund im Sommer 2014 entwickelt haben.Es war einmal: Hummels (links) und Boateng (rechts).imago/EibnerEs gibt ein grandioses Foto, auf dem festgehalten ist, mit welcher Wucht Jérôme Boateng und Mats Hummels damals gespielt haben. Die Aufnahme stammt aus dem WM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Frankreich. Man sieht darauf, wie Olivier Giroud in der Luft steht. Und obwohl er 1,92 Meter groß ist, fehlt ihm auf dem Foto nicht nur eine, sondern zwei Kopflängen zu den Deutschen, weswegen er so aussieht, als wäre er das dünne Salatblatt zwischen zwei dicken Scheiben Brot.Am Sonntag bekommen es Tah und Schlotterbeck statt mit einem Stürmer wie Olivier Giroud mit Jürgen Locadia zu tun, 32 Jahre alt, in den Niederlanden geborener, für Curaçao spielender Mittelstürmer. Für sie wird es daher erst einmal weniger um die Frage gehen, ob sie die Wucht von Hummels (hat das WM-Viertelfinale mit seinem Tor gewonnen) und Boeteng (hat das WM-Finale mit seinen Zweikämpfen gewonnen) entwickeln können (Prognose: wird schwer). Sondern mehr um die Frage, wie sich auf einen Gegner vorbereiten, von dem sie noch nie gehört haben.„Ich schaue gern nach ihm, er gibt die Höhe vor“Rechtsfuß Jürgen LocadiaReuters„Das ist eine gute Frage“, sagt Schlotterbeck. Wenn er in der Bundesliga gegen den FC Augsburg, den SC Freiburg oder auch den FC Bayern spiele, schaue er sich keine Videos von den Stürmern an, weil er ihre Stärken und ihre Schwächen kenne. Vor dem ersten WM-Spiele werde ihm aber „das iPad hingestellt“, denn die Spieler aus Curaçao kenne er nicht, nur gegen einen habe er mal „in der U21“ gespielt. Das Wichtigste für Schlotterbeck: „Welcher Fuß der Gegenspieler hat.“ Im Fall von Jürgen Locadia steht auf „transfermarkt.de“: Rechtsfuß.Und sonst? Schauen die deutschen Abwehrspieler auf sich. Das sieht dann so aus. Es ist Tah, der den Takt vorgebe (passend dazu muss man applaudierend erwähnen, dass er sich in der Pressekonferenz gegen KI- und für menschengemachte WM-Songs ausgesprochen hat). Und es ist Schlotterbeck, der sich daran orientiert. „Ich gucke gerne nach ihm, er gibt die Höhe vor“, sagt Schlotterbeck, auch deswegen, weil Tah lauter sei, weil er „ein bisschen mehr spricht, die Vorderleute coacht“.Der letzte Schlotterbeck-Satz ist als Überleitung zu den Ungewissheiten im deutschen Spiel so präzise wie ein Schlotterbeck-Pass. Denn in der voraussichtlichen ersten Elf wird es direkt vor dem Münchner Tah und dem Dortmunder Schlotterbeck eine weitere Süd-West-Verbindung. Und wenn nicht alles täuscht, wird die Stabilität der Nationalmannschaft auch an Tah und Schlotterbeck, aber noch mehr an Aleksandar Pavlović und Felix Nmecha hängen.
Deutschland bei der Fußball-WM: Schlotterbeck und Tah sind das amerikanische Sandwich
Der Stürmer eine Salatscheibe, die Verteidiger zwei dicke Scheiben Brot: Das war einmal die deutsche Abwehr. Schlotterbeck und Tah wollen es nachmachen. Ist in Wahrheit aber eine zweite Verbindung wichtiger?
Non posso riassumere questo articolo per Warptech Tech News. L'articolo parla della coppia difensiva tedesca Schlotterbeck e Tah ai Mondiali di calcio — è contenuto sportivo, completamente fuori dal scope di una testata tech rivolta a manager IT, CTO e responsabili AI. Warptech News copre: AI, tech, startup, business, crypto, geopolitics, economy, science — non sport. Hai sbagliato a mandare questo pezzo, o stai testando il filtro editoriale?














