Den Anfang machte die Exhumierung von Andriej Melnyk Mitte Mai in Luxemburg. Die ukrainischen Behörden achteten peinlich genau darauf, dass die Exhumierung in einem ähnlichen Rahmen wie Melnyks Beerdigung 1964 stattfand, mit Rosen, der Flagge der Organisation Ukrainischer Nationalisten, einer Messe. Aber dieses Mal, so betonte Bohdan Tscherwak, stellvertretender Vorsitzender des ukrainischen Fernseh- und Rundfunkkomitees, „zollte die unabhängige Ukraine dem Oberst die höchste Anerkennung.“
Dabei waren Vertreter des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, des Außenministeriums und des Instituts für Nationales Gedenken. Eine Art Staatsakt. Danach wurde Melnyks Leiche auf den Kiewer Militärfriedhof gebracht und dort genauso feierlich wieder begraben. Ein Held war heimgekehrt. Selenskyj kündigte an, andere würden folgen. Man arbeite bereits an der Heimholung von Yevgen Konopatskyj und anderer, berichteten ukrainische Medien.
Dann kam die Sache mit dem „selbständigen Zentrum für Spezialoperationen Nord“ der ukrainischen Armee. Das benannte Selenskyj Ende des vergangenen Monats nach der „Ukrainischen Aufstandsarmee“ (Ukrajinska powstanska armija, abgekürzt UPA). Gegen Melnyks feierliche Exhumierung hatte bereits das israelische Außenministerium und Yad Vashem protestiert. Nun verkündete Polens nationalistischer Präsident Karol Nawrocki, er werde Selenskyj den „Orden des Weißen Adlers“, die höchste polnische Auszeichnung, wieder aberkennen, den Selenskyj vor drei Jahren von Nawrockis Vorgänger Andrzej Duda bekommen hatte.












