PfadnavigationHomeICONISTEssen & TrinkenRezeptThanksgiving für zwei – konfierte Truthahnkeule mit StuffingVon Volker HoblVeröffentlicht am 27.11.2025Lesedauer: 3 MinutenIn aromatisiertem Öl gebadet, bleibt die Keule schön saftigQuelle: Volker Hobl + Robin KranzThanksgiving ohne riesigen Vogel: Statt ganzer Pute kommt nur die Keule in den Ofen – langsam im Gewürzöl gegart, saftig und aromatisch. Dazu ein kleines „Stuffing“ mit Sellerie, Kürbis und Pumpkin Spice. Aromatisch überzeugender als der Klassiker.Thanksgiving, das amerikanische Erntedankfest, das auch hierzulande immer populärer wird, ist für viele fest mit der Tradition verbunden, einen ganzen Truthahn zuzubereiten. Mir wäre es lieber, es hätten sich Enten oder Gänse etabliert, Puten kann ich nicht viel abgewinnen – zu wenig Fett, zu wenig Aroma (ich hatte allerdings noch nie die Gelegenheit, einen wilden Truthahn zu kosten). Wer allerdings nicht auf Truthahn verzichten kann und vielleicht nur zu zweit Thanksgiving an diesem Donnerstag begehen möchte, der kann auch eine einzelne Keule konfieren, also in Fett garen – in diesem Fall in aromatisiertem Öl. So bleibt die Keule saftig und das Öl ist ein zuverlässiges Transportmittel für Aromen. Die Füllung kommt als kleiner Auflauf daher, mit Sellerie und Kürbis und Pumpkin Spice gewürzt.Das sind die Zutaten:1 Truthahnunterkeule500 ml Pflanzenöl1 Orange10 Pfefferkörner3 Gewürznelken2 Zimtstangen2 Kardamomkapseln2 Lorbeerblätter1 Zweig RosmarinFür das „Stuffing“:50 g Stangensellerie150 g Kürbis1⁄2 Teelöffel Pumpkin-Gewürz1 altbackenes Brötchen50 ml Milch2 EierRosmarinButter zum Fetten der FormUnd so wird‘s zubereitet:Die Sehnen rings um das Gelenk der Truthahnkeule durchtrennen und die Haut um die Kapsel entfernen, damit sich das Fleisch an den Keulen gut zusammenziehen kann und insgesamt seine typische Keulenform bekommt. Das Öl in einen Topf gießen, in den die Keule gerade so hineinpasst. Dann alle Gewürze hineingeben, die Schale der Orange dünn abschneiden und mit ins Öl geben. Den Backofen auf 160 Grad vorheizen. Die Keule gut pfeffern und salzen, in das Öl legen und in den Backofen schieben. Von nun an alle 20 Minuten die Keule im Öl wenden. Während das Truthahnbein konfiert werden Stangensellerie und Kürbis in kleine Würfel geschnitten und in etwas Öl sachte angedünstet. Das Brötchen ebenfalls klein würfeln und in einer Pfanne ohne Fett leicht bräunen. In einer Schüssel das Brot mit dem Gemüse, den Eiern und der Milch sowie dem Kürbisgewürz mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und in eine feuerfeste gebutterte Form füllen, mit Rosmarin bestreuen und zur Keule in den Ofen schieben. Sobald die Keule weich und gut gebräunt ist und der Auflauf gar – er braucht ungefähr 20 bis 30 Minuten – beides servieren.Folgenden Wein empfiehlt Manfred Klimek dazu:Zu diesem schon vorweihnachtlich gewürzten Gericht wage ich ein Experiment – einen sehr salzigen, straffen und delikat-eleganten ungarischen Wein aus dem Nordosten dieses alten und einst so prominenten Weltweinlandes. Ich hole den Tokaj Furmint & Harslevelü 2023 vom Weingut Moric (Winzer: Roland Velich) aus dem Kühlschrank, lasse ihn leicht Temperatur gewinnen und schenke ihn bei circa 10 Grad ins bauchige Burgunderglas. In der Nase zuerst massiv feuchter Feuerstein, dann eine Lawine kühler Birne, gering gelber Apfel, Kamille, und dann, vom Harslevelü, dem Lindenblättrigen, den hier wesentlichen Tick Südfrüchte, der beeindruckend auch im Mund Platz greift. Außergewöhnlich! Für 19,90 Euro bei gute-weine.deVolker Hobl ist Koch und Foodstylist. Manfred Klimek ist Autor, Weinkritiker und Fotograf.