Würde es CSU-Chef Markus Söder besser machen als Friedrich Merz? Oder wäre doch eher Hendrik Wüst (CDU), der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, der bessere Kanzler? In ihrer Verzweiflung spielen die Funktionäre von CDU und CSU nun panisch alle möglichen Szenarien und Personal-Rochaden durch. Denn die AfD sitzt der Union im Nacken. Von Wahl zu Wahl kommen die Blauen den Schwarzen immer näher. „Man kann fast schon den Angstschweiß riechen“, spöttelt die ehemalige Grünen-Chefin Ricarda Lang in der Bild.Parallel dazu hat am Wochenende Borussia Mönchengladbach seinen Trainer Eugen Polanski entlassen. Die ersten drei Spiele in der neuen Saison gingen verloren, drei zu zwölf Toren. Polanski muss dafür geradestehen. Nicht der Sport-Vorstand, der für die miserable Kaderplanung und das dürftige Budget die Verantwortung trägt. Bei Trainerwechseln heißt es dann gerne, er habe „die Mannschaft nicht mehr erreicht“ oder das Verhältnis zu den Fans sei „gestört“ gewesen. Doch der nächste Trainer muss dann mit derselben Gurkentruppe arbeiten. Klar, es gibt für den Job eine Menge Geld, aber aussichtsreiche Perspektiven sind eher Fehlanzeige.In der Politik ist es ähnlich. Würde die Union, mal eben Merz durch Söder austauschen, dann müsste Söder mit dem gleichen Material arbeiten wie Merz: mit den gleichen politischen Linien der Union, den gleichen Köpfen und Funktionären und hätte die gleichen Koalitionsoptionen wie Merz. Das Problem liegt tiefer. Der Untergang der Union begann am 10. April 2000.
Kanzlertausch kann den Untergang der Union nicht verhindern – dazu bräuchte es viel mehr
Parteien glauben gerne, dass ein Trainerwechsel die Lösung für alle Probleme bieten könne. Die Analogie zum Fußball zeigt, dass es auf zwei andere Dinge ankommt.













