Das Momentum liegt auf der Seite der Rechten. In dieser Lage die Hoffnungen auf den politischen Betrieb zu richten, springt zu kurz.

Noch die düsterste, auf die Lage der Dinge wütendste, angepissteste oder auch traurigste Einlassung auf den sozialen Medien transportierte vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt untergründig eine Hoffnung: die Hoffnung, gehört zu werden. Und dass es etwas bewirkt, womöglich sogar einen Unterschied macht, wenn dieses Statement gelesen, gehört, verstanden wird und auf Resonanz stößt. Sonst müsste man es ja gar nicht ins Handy tippen.

Doch das geschah nicht, kein Gehörtwerden, jedenfalls nicht aufs Ganze gesehen. Mit viel Einsatz konnten zwar die Grünen über die Fünfprozenthürde gehievt werden, die absolute Mehrheit konnte gerade so verhindert werden. Doch das Verhängnis des Wahlergebnisses ist da und geht so leicht nicht wieder weg.

Das Ganze scheint die vielfältigen klugen kritischen Interventionen – die Aufklärung über das völkische Gesellschaftsbild, die Analysen des hanebüchen reaktionären Kulturprogramms der AfD – einfach zu schlucken. Als zählte Aufklärung gar nicht. Mehr noch, als könnte die von der AfD gesetzte Realität kritische Analysen schlicht umdrehen, sich von ihnen geradezu nähren.